Darum gehts
- Jeder vierte Schweizer gehört zum unteren Mittelstand mit Finanzproblemen
- 2024 hatten 25 Prozent dieser Haushalte keine 2500 Franken Notgroschen
- 14 Prozent der unteren Mitte kämpfen mit Finanzen, 6 Prozent in oberer Mitte
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer stecken in einer finanziell schwierigen Situation. Eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt nun: Auch Menschen des Mittelstands haben mit Geldproblemen zu kämpfen.
Gemäss der Zahlen gehören zurzeit gut 55 Prozent der Bevölkerung zur mittleren Einkommensgruppe. Doch Mittelklasse ist nicht gleich Mittelklasse. Die Lebenssituationen dieser Menschen können sehr unterschiedlich sein. Darum teilt der Bund die Bevölkerung noch weiter auf.
Wer 70 bis 100 Prozent des Medianlohns verdient, gehört zur unteren Mitte. Konkret: Alleinlebende mit einem monatlichen Lohn zwischen 4228 und 6041 Franken, Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren mit 8880 bis 12’685 Franken. Wer mehr als 100 bis 150 Prozent des Medianlohns verdient, zählt zur oberen Mitte. Dazu gehören Singles, die 6042 bis 9061 Franken pro Monat verdienen, und Familien mit einem Haushaltseinkommen von 12’686 bis 19’028 Franken. Insgesamt gehört jeder vierte Schweizer zur unteren Mittelklasse.
Viele haben kein Geld auf der Seite
Und genau diese Gruppe kann oft kein Geld auf die Seite legen. Jeder vierte Haushalt der unteren Mitte kann keine 2500 Franken für eine unerwartete Ausgabe aufbringen. Zur Einordnung: Das betrifft mehr als eine halbe Million Menschen. Die Einwohner mit tieferem Einkommen sind nicht mitgezählt. Und 14 Prozent des unteren Mittelstands haben kleine bis grosse Schwierigkeiten, bis zum Monatsende finanziell über die Runden zu kommen.
Die prekäre Finanzlage des Mittelstands wirkt sich direkt auf die Freizeit aus: Jeder Zehnte der unteren Mittelschicht verzichtet aus Geldgründen, für eine Woche pro Jahr in die Ferien zu fahren. Es ist der grosse Budgetposten Wohnkosten, der die mittlere Einkommensgruppe spaltet: In der unteren Mitte müssen über 10 Prozent der Menschen mehr als 40 Prozent des Lohns für die Miete ausgeben. Im oberen Mittelstand sind es nur gut 3 Prozent. Als Faustregel gilt: Die Miete sollte nicht mehr als 25 bis 30 Prozent des Einkommens ausmachen.
Und die Einkommensschwachen?
Die einkommensschwächste Schicht in der Schweiz mit einem Lohn unter 70 Prozent des Medians hat mit den genannten Problemen noch stärker zu kämpfen. Fast jeder Zweite muss über 40 Prozent seines Lohnchecks für Wohnkosten abdrücken. Zudem haben mehr als vier von zehn Personen keine 2500 Franken für eine spontane Ausgabe auf der hohen Kante.