800'000 Franken für die Bergbahnen
Bündner Skigebiet ist gerettet – Gemeinde heisst Finanzspritze gut

Bei den Bergbahnen Splügen-Tambo sind nach mageren Wintern die Kassen leer. Das Skigebiet stand vor dem Aus. Jetzt springt die Gemeinde Rheinwald GR mit 800'000 Franken in die Bresche. Gleichzeitig rührt Investor Jan Michal mit grosser Kelle an.
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Die Bergbahnen Splügen-Tambo brauchen dringend Geld.
Foto: Karin Frautschi

Darum gehts

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  • Bergbahnen Splügen-Tambo gerettet: Gemeinde Rheinwald bewilligt 800'000 Franken Hilfe
  • 500'000 Franken für Stromrechnungen, 300'000 Franken als zinsloses Darlehen bereitgestellt
  • 3 Mio. Franken für Beschneiungsanlagen, 150 Mio. Franken für Feriensiedlung geplant
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Den Bergbahnen Splügen-Tambo ist das Geld ausgegangen. Nach mehreren schwierigen Saisons ist die Kasse nun leer. Allein im vergangenen Winter mit wenig Schnee resultierte ein Gesamtverlust von 1,2 Millionen Franken. Diesen können die Bergbahnen nicht mehr aus eigener Kraft stemmen. Das Bündner Skigebiet stand vor dem Aus. Jetzt aber die Rettung: Die Gemeindeversammlung von Rheinwald hiess am Donnerstag eine Finanzspritze deutlich gut.

Konkret: Die Gemeinde gewährt einen Rahmenkredit von 800'000 Franken. Davon sollen 500'000 Franken offene Stromrechnungen decken, auf die die Gemeinde nun verzichtet. Die restlichen 300'000 Franken sind ein unbefristetes und zinsloses Darlehen. Das frische Geld sichert die unmittelbare Zukunft und den Saisonstart im kommenden Winter.

Schlittelbahn bekommt neue Beschneiungsanlage

Im Tal am Fuss des Splügenpasses will man auch das langfristige Überleben des Skigebiets mit seinen 5 Anlagen und 30 Pistenkilometern sichern. Dafür wird ordentlich in die Beschneiung investiert. Die Schlittelbahn bekommt eine neue Beschneiungsanlage, bestehende Anlagen werden erneuert. Die Kosten von rund 3 Millionen Franken stemmen Rheinwald, mehrere Nachbargemeinden und der Kanton. Bereits im kommenden Winter soll eine erste Etappe der neuen Beschneiungsanlage in Betrieb gehen. Und damit künftige Verluste verhindern.

Gleichzeitig greift auch Investor Jan Michal (63) nochmals ins Portemonnaie. Er wandelt offene Forderungen von 140'000 Franken in ein Darlehen um und will zusätzlich weitere 300'000 Franken bereitstellen. «Das klare Ja der Bevölkerung und die gemeinsamen Investitionen in die Beschneiung zeigen, dass die ganze Region an die Zukunft glaubt – deshalb engagiere ich mich gern langfristig», gibt sich der Tscheche zuversichtlich.

Herzog & de Meuron bauen Feriensiedlung

Der aus Prag stammende Geschäftsmann hat nämlich grosse Pläne für Splügen. Ins Bündner Dorf mit 420 Einwohnern verliebte er sich einst auf einer Töff-Tour. Seither verfolgt er die Vision, den Ort zur florierenden Tourismusdestination zu machen. Bereits 30 Millionen Franken hat Michal in seinen Traum investiert. Und rührt weiterhin mit grosser Kelle an. Zuletzt liess er ein historisches Hotel, das als Asylunterkunft genutzt wurde, umbauen. Das neue Hotel Speluca verfügt über 33 Zimmer und sechs Appartements mit total 115 Betten – und eine eigene Bierbrauerei.

Der Investor denkt aber noch grösser. Direkt an der Talstation des Skigebiets will Michal eine Feriensiedlung mit 500 Betten bauen – inklusive Campingplatz. Für das 150-Millionen-Projekt hat er sogar das berühmte Basler Architekten-Duo Herzog & de Meuron engagiert. Wird die Vision Michals Wirklichkeit, spielt Splügen touristisch bald in einer anderen Liga. Die Rettung der Bergbahnen ist ein wichtiger Schritt dahin.

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