240 Jobs weg
Deutsche Traditionsbrauerei schliesst nach 346 Jahren Betrieb

In Mannheim schliesst die älteste Brauerei der Stadt nach 346 Jahren. Die Insolvenz von Oktober 2025 lässt sich nicht abwenden. Rund 240 Mitarbeitende stehen vor dem Aus – es ist ein trauriges Ende für eine Bier-Ikone.
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Nach fast 350 Jahren ist es vorbei für Mannheims ältesten Betrieb.
Foto: Eichbaum Brauerei Mannheim

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum von 1679 schliesst endgültig, 240 Jobs betroffen
  • Schweizer Brauereien kämpfen: 2025 nur noch 1091 Brauereien im Land
  • Pro-Kopf-Bierkonsum in der Schweiz sank 2025 auf 50,9 Liter
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Es ist das Ende einer Ära am Rhein: Das Schicksal der Traditionsbrauerei Eichbaum in Mannheim (D) ist besiegelt. Hoffnung auf eine Rettung in letzter Minute bestand bis zuletzt, wie die lokale Tageszeitung «Mannheimer Morgen» berichtet. Die Brauerei, die 1679 gegründet wurde, muss nun endgültig schliessen. Die 240 Mitarbeitenden verlieren ihre Jobs. 

Die Brauerei meldete schon im Oktober 2025 die Insolvenz an. Der älteste Betrieb der Stadt hat nicht einmal die finanziellen Mittel, die Verhandlungen über einen Verkauf fortzuführen. Die angepeilten Restrukturierungsmassnahmen der letzten Jahre halfen nichts. Die finanzielle Lage ist so schlecht, dass die Traditionsbrauerei sogar Sanierungsdarlehen nicht mehr zurückzahlen könnte.

Schweizer Brauereien unter Hochdruck

Dass ausgerechnet im «Bier-Land» Deutschland eine Brauerei schliessen muss, erstaunt. Die Lage ist aber europaweit angespannt. Auch in der Schweiz stieg in den letzten Jahren der Druck auf Brauereien. 2022 war das erste Jahr seit Ende des Bierkartells in den frühen 1990er-Jahren, dass es weniger Brauereien als im Vorjahr gab. 2023 schien eine Kleinbrauerei nach der anderen zu schliessen: Die hohen Rohstoffpreise und gestiegene Energiekosten konnten viele nicht mehr stemmen.

In den letzten beiden Jahren ist die Zahl der Brauereien in der Schweiz weiter rückläufig. 2025 gab es hierzulande 1091 Brauereien, über 40 weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. «Die Braubranche ist unter Druck», bestätigte der Direktor des Schweizer Brauerei-Verbands (SBV), Marcel Kreber (57), 2024 gegenüber Blick. Die Brauer mussten ihre Effizienz erhöhen, um den steigenden Preisen für Zutaten und dem schwindenden Bierabsatz in Beizen und Restaurants standzuhalten.

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Der Bierkonsum ist in den letzten Jahrzehnten fast stetig rückläufig. 1990 konsumierten die Schweizer 71 Liter pro Kopf, 2025 waren es nur noch 50,9 Liter pro Kopf. Teil dieser Entwicklung in den letzten Jahren ist der Aufstieg der «alkoholfreien Alkoholika», darunter natürlich auch alkoholfreies Bier. Laut dem Schweizer Bier-Index des Getränkehändlers Drinks of the World lag der Marktanteil von alkoholfreiem Bier schon bei rund 5 Prozent.

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Kult-Brauerei in Gefahr

Ein brenzliger Fall 2025 war die Winterthurer Kult-Brauerei Chopfab. Anfang 2013 lanciert, erfuhr sie einen raschen Anstieg. Zehn Jahre später kamen dann die ersten finanziellen Schwierigkeiten. Es trat aber ein Retter auf: Die Appenzeller Brauerei Locher übernahm die Mehrzahl der Aktien und schoss Geld nach.

Knapp ein Jahr später kursierten dann Gerüchte: Die Kult-Brauerei stünde vor dem Aus. Locher wolle die Brauerei dichtmachen und abreissen. Schliesslich wurden aber nur sechs Stellen abgebaut, 20 Prozent der Chopfab-Mitarbeitenden mussten gehen. Die Brauerei blieb jedoch bestehen. 

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