Darum gehts
- Über Saas-Fee wurde am Mittwoch ein Ufo-ähnliches Wolkengebilde gesichtet
- Die Wolken sind sogenannte Linsenwolken, auch bekannt als Föhnfische
- Sie entstehen bei starken Winden über Bergen und bleiben häufig stationär
Hat am Mittwoch im Wallis eine Alien-Invasion stattgefunden? Könnte man meinen, wenn man den Wetterkanal des SRF eingeschaltet hat. Über Saas-Fee war ein Wolkengebilde zu sehen, welches verdächtig an ein Ufo erinnerte.
Was steckt dahinter? Das wollte Blick von Meteo-News-Experte Klaus Marquardt wissen. So viel vorweg: E.T. ist nicht Saastal gelandet.
Warum heissen diese Wolken Föhnfische?
Der Meteorologe klärt auf: Bei den mysteriösen Ufo-Wolken handelt es sich um sogenannte Altocumulus-lenticularis-Wolken. Sie sind auch unter dem Namen Föhnfische oder Linsenwolken bekannt. Lenticularis bedeutet auf Latein «linsenförmig».
Warum Föhnfische? Marquardt klärt auf: «Grundsätzlich sind sie bei jeder Windrichtung möglich, häufen sich aber bei Föhnlagen.»
So entstehen Linsenwolken
Linsenwolken bilden sich, wenn kräftige Winde über ein Gebirge hinwegströmen. Auf der windabgewandten Seite gerät die Luft dabei in eine wellenartige Bewegung. Steigt die Luft innerhalb dieser Wellen auf, kühlt sie ab und kondensiert zu einer Wolke. Sinkt sie wieder ab, löst sich die Wolke auf. Auf diese Weise entstehen die typischen, linsenförmigen Wolkenstrukturen. Marquardt spricht in diesem Zusammenhang von «Durchströmungswolken», die auch bei oft hohen Windgeschwindigkeiten an Ort und Stelle stehen.
«Die Lenticularis-Wolken zeigen, dass eine gewisse Dynamik und höhere Windgeschwindigkeiten in der Höhe vorhanden sind. Ohne Wind oder bei nur schwacher Strömung bilden sie sich nicht», ergänzt der Wettermann.
Ufo-Wolken haben einen ungewöhnlichen Namen
Zur spektakulären Ufo-Form kommt es übrigens, wenn mehrere Lenticularis-Wolken übereinander erscheinen. Laut SRF ist dann von einer Moazagotl-Wolke oder offiziell Altocumulus lenticularis duplicatus die Rede.
Der Ursprung des Namens «Moazagotl» ist dabei eher ungewöhnlich: Ein Hirte namens «Matz Gottlieb» soll die Wolkenformation im Riesengebirge in Ostmitteleuropa wiederholt beobachtet haben.