Darum gehts
- In Aarau ereignete sich ein tödlicher Schussvorfall bei einem Rave
- Ein Todesopfer und fünf Verletzte, Polizei und Armee im Einsatz
- Schüsse fielen um 2.30 Uhr, Superpuma suchte nach Verdächtigen
Am frühen Sonntagmorgen fallen bei einem Rave in Aarau Schüsse. Die Polizei bestätigt im Zusammenhang mit dem Ereignis ein Todesopfer und fünf zum Teil schwer verletzte Personen. Der Einsatz dauert noch an, die Fahndung läuft. Neben zahlreichen Polizisten, Rettungskräften und Care-Teams ist auch ein Superpuma der Armee in der Aargauer Kantonshauptstadt im Einsatz. Eine Leserin meldete sich erstmals kurz nach 2.30 Uhr früh. Auf einem Video hört man Schüsse.
Brenda Peregrina (48) aus Krauchthal BE nahm an dem Rave teil. Sie hatte das Gelände bereits verlassen, machte vor der Fahrt nach Hause noch ein Nickerchen. Die Zufahrt zum Rave war zu diesem Zeitpunkt noch voll mit Taxis, erzählt sie. Die Schüsse weckten sie jedoch auf. «Ich habe gedacht, es sei Feuerwerk. Ich habe gedacht, es gehört zum Rave.»
Augenzeugin: Mann am Bauch verletzt
Zwei bewaffnete Polizisten seien mit gezogenen Waffen zu ihrem Auto gekommen. «Ich musste fast fünf Minuten so im Auto bleiben», sagt sie zu Blick und streckt die Hände nach oben. Die Polizei habe ihr anschliessend gesagt, sie solle weglaufen.
Einen Verletzten hat sie während der Flucht gesehen. «Ein junger Herr war am Bauch verletzt. Er sass auf einer Bank. Ich habe sein Blut gesehen.»
Die Sicherheit sei nicht optimal gewesen, ergänzt Peregrina noch. Personen, die ein One-Way-Ticket gekauft hätten, seien ständig rein und raus gelaufen.
Ein Blick-Leser erlebte den Vorfall ebenfalls mit. «Um halb drei war plötzlich die Musik fertig, und nach ein, zwei Minuten hörte ich die Schüsse», erklärte er. «Ich dachte, es sei Feuerwerk und habe mir nichts dabei gedacht.»
«Es war schrecklich»
Ein Mann, den er nicht kannte und der in Begleitung einer Frau war, wies ihn darauf hin an, sich hinter einem Kühlschrank zu verstecken. «Ich dachte mir: Wofür? Es ist ja nur Feuerwerk.» Als er daraufhin das Zelt verliess und durch den Hof lief, prallte ein Schuss am Dach ab. «Ich rannte zu der Frau zurück. Sie wurde getroffen. Wir versuchten, sie zu reanimieren, doch sie verblutete vor unseren Augen.»
Von anderen habe er mitbekommen, man habe bei den Autos draussen einen «Schatten» mit Sturmgewehr gesehen, der Richtung Wald davonrannte. Selbst beobachtete der Leser diese Szenen nicht. Er wurde in eine nahe liegende Turnhalle gebracht. «Als die Polizei kam, wurden wir alle in eine Turnhalle gebracht und befragt. Ich bin erst vorhin gerade nach Hause gekommen. Es war schrecklich.» Auch die Kapo bestätigte, dass Unverletzte befragt wurden.
«Alle runter!»
Eine weitere Frau berichtet von einer Freundin, die vor Ort war und das Geschehene miterleben musste. Sie habe ihr gegen 4 Uhr mitgeteilt, dass es eine Schiesserei gegeben habe. Zunächst hätten die Besucher die Knalle für Feuerwerk gehalten, da sie Funken an der Decke gesehen hätten. Dann habe jemand «Alle runter!» gerufen. Die Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt.
Eine Freundin ihrer Begleiterin sei anschliessend aus dem Versteck gekommen und habe versucht, eine am Boden liegende Frau zu reanimieren – erfolglos, schreibt die Leserin.