Darum gehts
- IOC behält Parallel-Riesenslalom im Programm, führt Mixed-Teamwettbewerb ein
- Dario Caviezel: «Karriere stand auf der Kippe, jetzt grosse Erleichterung»
- Xenia von Siebenthal: 19. Platz 2026, Olympia-Traum bleibt erhalten
Monatelang haben sie gezittert. Jetzt dürfen die Schweizer Alpin-Snowboarderinnen und Snowboarder jubeln. Das IOC lässt den Parallel-Riesenslalom im olympischen Programm – und sorgt gleich noch für eine Überraschung: Künftig gibt es auch einen Mixed-Teamwettbewerb.
Für Vizeweltmeister Dario Caviezel (30) atmet auf. «Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen!», sagt der Bündner zu Blick.
Dass das IOC den Sport nicht nur behält, sondern sogar erweitert, sorgt auch bei ihm für Staunen. «Als ich das gelesen habe, dachte ich nur: Wow! Krass! Zuerst wollten sie uns ganz streichen – und jetzt kommt sogar noch eine Disziplin dazu.» Nur einen kleinen Wunsch hätte er noch gehabt: «Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn endlich auch der Parallel-Slalom olympisch geworden wäre. Aber ich will überhaupt nicht motzen!», sagt er lachend. «Ich bin einfach sehr, sehr glücklich.»
Karriere auf der Kippe
Denn wie belastend die vergangenen Monate tatsächlich waren, wird klar, als Caviezel über seine eigene Zukunft spricht. «Meine ganze Karriere stand mit dieser Entscheidung auf der Kippe.» Denn eigentlich wollte der 30-Jährige noch einmal Vollgas geben – mit den Olympischen Spielen 2030 als grossem Ziel. Wäre der Parallel-Riesenslalom gestrichen worden, wäre daraus nichts geworden.
«Dann hätte ich meine Karriere früher beenden müssen, als ich es mir gewünscht habe.» Die Unsicherheit in den letzten Monaten sei kaum auszuhalten gewesen. «Gestern hiess es: Um 17.30 Uhr erfährst du im Livestream, ob du noch snowboarden wirst oder nicht.»
Der Grund ist simpel: Ohne die Zugehörigkeit von Snowboard alpin zum olympischen Programm wären wohl wichtige Gelder von Swiss Olympic, der Schweizer Sporthilfe und der öffentlichen Hand weggefallen. Das hätte weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Sportart und ihre Entwicklung gehabt. «Ich wäre vielleicht noch ein oder zwei Jahre gefahren, aber sicher nicht bis 2030.»
Jetzt lebt der olympische Traum weiter. «Ich kann mein grosses Ziel weiterverfolgen. Und die Jungen haben wieder eine Perspektive.»
Die Jungen dürfen weiterträumen
Eine davon ist Xenia von Siebenthal (18). Die Bündnerin durfte in Milano Cortina 2026 ihre ersten Spiele erleben und wurde 19. Ein Olympia-Aus hätte sie hart getroffen. «Es wäre schlimm gewesen. Snowboard alpin wäre untergegangen.»
Auch für ihre persönliche Zukunft hatte der Entscheid viele Fragen aufgeworfen. Nächstes Jahr absolviert von Siebenthal die Sport-RS in Magglingen BE und wusste lange nicht, wie es mit ihrem Weg weitergeht. «Ich habe mich schon gefragt: Geht das dann überhaupt noch?»
In den vergangenen Monaten versuchte sie, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Neben dem Training schloss sie ihre Ausbildung zur Kauffrau EFZ in der Hochgebirgsklinik Davos ab. Nun kann sie wieder mit voller Überzeugung nach vorne blicken.
Denn von Siebenthals Ziel ist klar: «Für mich war eine Medaille an Olympischen Spielen immer der grösste Traum.» Jetzt hat sie 2030 sogar zwei Chancen.