SRF-Experte schätzt ein
Ammann hat vor Olympia-Showdown ein grosses Handicap

Simon Ammann kämpft in Japan um die Teilnahme an seinen achten Olympischen Spielen. Dabei hält der Altmeister einen Trumpf in den Händen. Doch Ex-Skispringer Marco Grigoli verrät, weshalb sich Ammann unbedingt steigern muss.
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Es tobt ein Vierkampf um das letzte Olympia-Ticket. Mittendrin: Simon Ammann.
Foto: imago/Nordphoto

Darum gehts

  • Ammann kämpft in Sapporo um sein Olympia-Ticket
  • Aktuell streiten sich vier Schweizer um den letzten Platz
  • Wer es geschafft hat, wird am 26. Januar bekannt gegeben
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Die Vierschanzentournee aus Schweizer Sicht? Enttäuschend – mit einem einzigen Lichtblick. Dieser heisst Sandro Hauswirth (25). Der Berner Oberländer flog in allen vier Springen in die Punkte und sicherte sich damit wie Gregor Deschwanden (34) das Olympia-Ticket.

Für den letzten Startplatz konnte sich dahinter keiner so richtig aufdrängen. Deshalb sind am kommenden Wochenende alle vier Kandidaten gefordert. Ganz besonders Simon Ammann (44). Der vierfache Olympiasieger muss sich im zweitklassigen Continental Cup für das Weltcup-Springen in eineinhalb Wochen aufdrängen.

Der Toggenburger weilt bereits in Japan. Versagt er in den zwei Springen in Sapporo, dürfte sein Olympia-Traum platzen. «Der Druck auf Simon ist gross. Er braucht ein Top-Resultat», sagt SRF-Experte Marco Grigoli.

Ammann hat ein Handicap

Neben Ammann kämpfen auch Juri Kesseli (20), Felix Trunz (19) und Killian Peier (30) um das letzte Olympia-Ticket. Dabei sind drei von ihnen aktuell im Vorteil. «Weil Killian als Einziger die Olympia-Limite noch nicht erfüllt hat, stehen seine Chancen derzeit am schlechtesten.»

Das könnte sich am kommenden Weltcup-Wochenende aber bereits wieder ändern. Springt Peier im polnischen Zakopane in die Top 20, würde die aufsteigende Form für ihn sprechen. «Das Rennen ist so eng, dass jeder Sprung eine enorme Bedeutung erhält.»

Ein Handicap sieht Grigoli aber auch bei Ammann. «Sein Alter hilft ihm sicher nicht. Wenn einer der Jungen auf dem gleichen Niveau ist, dann musst du ihn mitnehmen. Sie sollen Erfahrungen sammeln für die Zukunft.»

Ein Top-10-Platz als Ziel

Während Ammanns Alter zum Problem werden könnte, hilft ihm gleichzeitig seine Erfahrung beim Ausscheidungsspringen in Sapporo. «Simon kennt die Schanze besser als jeder andere.» 2007 sprang er dort zum Weltmeistertitel. «Deshalb traue ich ihm eine sehr gute Leistung zu.»

Doch welches Resultat braucht der Altmeister, um sich für das Weltcup-Team aufzudrängen? Peier und Trunz reichte im Continental Cup jeweils ein Top-10-Platz, um ins Kader für die Vierschanzentournee zu rutschen. Das muss auch das Ziel von Ammann sein.

Entscheidung wird Ende Januar kommuniziert

Zurück im Weltcup könnte er sein aktuell bestes Olympia-Argument weiter verstärken. Ammann hat bereits 18 Zähler gesammelt. Kesseli und Trunz stehen bei 9 respektive 8 Punkten. Peier hat sogar nur 4. Trotzdem ist Grigoli überzeugt: «Simon muss sich steigern, sonst wird ihm ein Talent vor die Nase gesetzt.»

Die Bekanntgabe der drei Schweizer Olympia-Teilnehmer erfolgt nach der Skiflug-WM am 26. Januar. Da diese Disziplin jedoch nicht zum Programm in Italien gehört, werden die Trainer ihre Entscheidung voraussichtlich nach den Weltcup-Springen in Japan treffen.

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