Darum gehts
- Felix Trunz qualifiziert sich für die Olympischen Spielen – Ammann geschlagen
- Der Teenager beschäftigt sich in seiner Freizeit gerne mit Autos
- Das Skisprunger-Gen hat er von seinem Vater geerbt
Die Entscheidung fiel fernab der Schweiz. Rund 9000 Kilometer von der Heimat entfernt setzte sich Felix Trunz (19) im Olympia-Duell mit Simon Ammann (44) entscheidend ab. Dass ausgerechnet Sapporo (Jap) zum Schlüsselort wurde, passt zur Geschichte von Trunz.
Seit Jahren verbindet ihn mit Japan eine besondere Beziehung – ausgelöst durch seine Leidenschaft für deren Autos. Nun kam zur persönlichen Faszination auch der sportlich wichtigste Moment seiner Karriere dazu. Am Tag nach der Selektion jubelt Trunz: «Ich bin überglücklich. Damit ging ein Kindheitstraum in Erfüllung.»
Ein Simulator zu Hause
Auf das wichtige Wochenende in Sapporo angesprochen, beginnen seine Augen zu leuchten. Nicht nur wegen der starken Sprünge, die ihm dort zweimal Weltcup-Zähler einbrachten – Ammann punktete nur einmal.
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Moment abseits der Schanze: Er durfte im Nissan Skyline von Formel-1-Star Lando Norris Platz nehmen. «Das war ein richtig geiler Moment.» Trunz ist grosser Fan von japanischen Modellen.
Seine Faszination für Autos begann früh – mit Trickfilmen und Games. «Ich liebte ‹Cars›, später ‹Tokyo Drift› und ‹Need for Speed›. Seit vier, fünf Jahren bin ich richtig tief drin.»
Bei ihm zu Hause steht ein Nissan Skyline, an dem er künftig selbst schrauben will. Bleibt dieser für einmal in der Garage, dann dreht Trunz auf dem Simulator ein paar Runden. Dass der Autofreak nicht Rennfahrer, sondern Skispringer wurde, ist auf Vater Martin zurückzuführen.
Gutes Verhältnis zu Ammann
Der war selbst jahrelang im Weltcup unterwegs und vererbte seinem Sohn das Flieger-Gen. Dieses führt Trunz nun zu seinen ersten Olympischen Spielen. Vater Martin vertrat die Schweiz 1992 in Albertville (Fr) – nun darf der Sohn eigene Erfahrungen sammeln. «Er hat mir schon einiges erzählt. Jetzt bin ich gespannt, wie es für mich wird.»
Nach der positiven Nachricht des Verbands handelten die Eltern sofort und sicherten sich Tickets für die Springen in Predazzo (It). Diesen speziellen Moment wollen sie nicht verpassen. Ammann dürfte dann vor dem TV sitzen. «Unser Verhältnis ist nach wie vor gut», stellt Trunz klar.
Während der geschlagene Ammann am kommenden Wochenende im Weltcup springt, erhält der Teenager eine Pause. Und damit die Möglichkeit, sich seiner zweiten grossen Leidenschaft zu widmen.