Zu Jay Leno oder zu David Letterman? Vor dieser Wahl stand Simon Ammann nach seinem Doppel-Olympia-Gold 2002. Er entschied sich für die TV-Late-Night-Show von Letterman und sorgte dort für einen legendären Auftritt.
Ein weiterer legendärer Auftritt wird dem 44-jährigen «Simi» nun verwehrt bleiben. Nicht er, sondern der 25 Jahre jüngere Felix Trunz wurde am Montag für Olympia 2026 selektioniert. Eine Fehlentscheidung, und zwar aus gleich drei Gründen.
Erstens: Mit seiner achten Teilnahme hätte Ammann mit dem japanischen Skispringer Noriaki Kasai und der deutschen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gleichgezogen. Es wäre ein olympisches Märchen gewesen, das auch international für Schlagzeilen und Publicity gesorgt hätte.
Zweitens: Rein sportlich hätte die Wahl auf Ammann fallen müssen, denn im Gesamtweltcup liegt er als 47. knapp vor Trunz (50.). Wer das Leistungsprinzip ausruft, sollte auch danach urteilen.
Drittens: Die Argumentation, für Trunz spreche die Jugend und durch eine erstmalige Olympia-Teilnahme könne er wertvolle Erfahrungen sammeln, die ihm dann möglicherweise in vier Jahren bei den nächsten Spielen zugutekommen werden, ist nicht schlüssig. Im Skispringen ist die Jetzt-Form entscheidend. Trunz wird dereinst nur dann zu einem ernsthaften Medaillenkandidaten, wenn er am Tag X in Topform ist, und nicht, wenn er Jahre zuvor schon mal Olympia-Luft schnuppern durfte.