Darum gehts
- Simon Ammann steigert mit Rang fünf weiter seine Olympia-Chancen
- Trotz Windunterbrechung und Schneefall glänzte Ammann mit Rang fünf
- Nun sind seine Olympia-Konkurrenten im Weltcup gefordert
Das Olympia-Rennen biegt auf die Zielgerade ein und Simon Ammann lässt seinen 44-jährigen Motor noch einmal richtig aufheulen. Mit zwei starken Leistungen katapultiert sich der Altmeister in eine hervorragende Ausgangsposition.
Nach seinem vierten Platz am Samstag doppelt der Toggenburger im zweitklassigen Continental Cup mit Rang fünf am Sonntag nach. Dank dieser Auftritte dürfte er sich einen Startplatz für die Weltcup-Springen am kommenden Wochenende gesichert haben.
Somit könnte Ammann gleich in Sapporo bleiben. Dort, wo er sich 2007 zum Weltmeister kürte, wird in einer Woche der Kampf um das letzte Olympia-Ticket entschieden. Dass seine Erfahrung dabei ein entscheidender Trumpf ist, hat er in der Nacht auf Sonntag einmal mehr bewiesen.
Ammann gönnte sich ein Nickerchen
Eigentlich waren zwei Wettkämpfe geplant. Doch der Wind spielte verrückt. Das erste Springen wurde nach einigen Athleten für deutlich mehr als eine Stunde unterbrochen und schliesslich ganz abgesagt. Ammann nahm es gelassen. Während andere nervös warteten, gönnte er sich ein kleines Nickerchen, das er mit einem Augenzwinkern auf Instagram dokumentierte.
Als sich die Bedingungen danach vorübergehend beruhigten, konnte zumindest der erste Durchgang des zweiten Wettkampfs planmässig durchgeführt werden. Dort spielte Ammann seine ganze Routine aus. Von der langen Warterei unbeirrt, segelte der Toggenburger auf 127,5 Meter.
Da danach starker Schneefall einsetzte, blieb es bei diesem einen Sprung. Für diesen mussten Ammann und Co. 9 (!) Stunden an der Schanze warten. Dem Toggenburger dürfte das egal sein. Denn seine Olympia-Chancen sind weiter gestiegen. Auch, weil er einen direkten Konkurrenten hinter sich liess.
Jetzt braucht es einen Exploit
Juri Kesseli (20), der am Samstag noch disqualifiziert worden war, musste sich mit Rang 14 begnügen. Ob das reicht, um für das Weltcup-Springen in einer Woche nominiert zu werden? Kesseli und Ammann richten ihre Blicke nun nach Zakopane (Pol).
Dort kämpfen am Nachmittag ihre beiden Olympia-Konkurrenten um wichtige Weltcup-Punkte. Killian Peier (30) und Felix Trunz (19) benötigen vermutlich ein Ergebnis unter den Top 30, um nach Asien reisen zu dürfen.
Dafür müssen sie sich im Vergleich zur Qualifikation steigern. Trunz klassierte sich auf Rang 38, Peier zwei Plätze dahinter. Bleibt ein Exploit aus, deutet immer mehr darauf hin, dass sich Ammanns Traum von seinen achten Olympischen Spielen tatsächlich erfüllt. Die definitive Selektion wird nach der Skiflug-WM am 26. Januar bekannt gegeben.