Darum gehts
- In Sapporo kämpfen vier Schweizer Skispringer um das letzt Olympia-Ticket
- In der Qualifikation hinterliess der 20-jährige Juri Kessli den besten Eindruck
- Simon Ammann klassierte sich knapp dahinter – die anderen liegen weiter zurück
Die Botschaft von Skisprung-Cheftrainer Bine Norcic vor dem Olympia-Showdown in Asien war unmissverständlich: Es zählt nur das Hier und Jetzt. Entsprechend gross war die Spannung vor der Qualifikation am Freitagmorgen.
Dabei hinterliess Juri Kesseli (20) den stärksten Eindruck. Auf der Schanze in Sapporo flog er 123 Meter weit. Das reichte für Rang 18. Dank diesem starken Auftakt katapultiert sich Kesseli in die Pole-Position für das letzte Olympia-Ticket. Und Simon Ammann (44)?
Der Altmeister verlor auf seinen Teamkollegen vier Punkte. Mit Platz 24 qualifizierte sich der vierfache Olympiasieger aber dennoch souverän für den ersten von zwei Wettkämpfen. Etwas mehr Mühe hatten ihre beiden Konkurrenten.
Vorteil von Ammann greift doch
Killian Peier (30) und Felix Trunz (19) segelten nur 116.5 Meter weit. Was letztlich zu den Rängen 36 und 37 reichte. Wenn es so weitergeht, dürfte aus dem Vierkampf im Laufe des Wochenendes ein Zweikampf um das letzte Olympia-Ticket werden.
Was auffällt: Mit Ammann und Kesseli liegen Athleten vorne, die bereits am vergangenen Wochenende auf dieser Schanze gesprungen sind. Im zweitklassigen Continental Cup klassierte sich Ammann noch vor seinem jüngeren Teamkollegen. Dank einem Deal mit den Japanern durften die dazugestossenen Trunz und Peier sich gestern an die Schanze gewöhnen.
Das reichte scheinbar jedoch nicht aus, um die Lücke zu den anderen zu schliessen. Dafür spricht auch, dass der formstarke Sandro Hauswirth ebenfalls nicht an die Punkte von Ammann und Kesseli herangekommen ist.
Skisprung-Legende verpasste Exploit
Der teaminterne Vergleich ist aussagekräftig, die übrige Rangliste hingegen nur bedingt. Mehrere Topathleten fehlen, darunter auch der Schweizer Teamleader Gregor Deschwanden (34). Er absolviert derzeit gemeinsam mit Cheftrainer Bine Norcic ein Trainingslager in Slowenien.
Trotz des ausgedünnten Feldes scheiterte die Skisprung-Legende Noriaki Kasai (53) bei ihrem Weltcup-Comeback in der Qualifikation. Den Sieg holte sich der Einheimische Ryoyu Kobayashi.