Olympia-Hammer macht Nordisch-Kombinierer Müller fertig
«Ein Schlag ins Gesicht, ich kann es noch immer nicht fassen»

Auch Tage später sitzt der Schock bei Pascal Müller noch tief. Das IOC hat den Kindheitstraum des Glarner Nordisch-Kombinierers zerstört.
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Wie weiter? Pascal Müller muss den Olympia-Schock zuerst noch verarbeiten.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das IOC streicht die nordische Kombination aus Olympia 2030 in Frankreich
  • Pascal Müller sieht seinen Kindheitstraum zerstört und ist tief enttäuscht
  • Fördergelder und Zukunft der Sportart für Nachwuchs und Profis gefährdet
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Nicola AbtReporter Sport

In der Garderobe herrscht plötzlich Totenstille. Sekunden zuvor haben Pascal Müller (24) und seine Teamkollegen die Nachricht erhalten, vor der sie monatelang Angst hatten. Das Internationale Olympische Komitee streicht die nordische Kombination aus dem Programm der Winterspiele 2030 in Frankreich.

In Oberstdorf steht gleich das Sprungtraining an. Doch niemand sagt ein Wort. «Alle waren schockiert und enttäuscht», erzählt Müller. Trotzdem geht der Schweizer Nordisch-Kombinierer auf die Schanze. Nach zwei Sprüngen bricht er ab. «Ich war überhaupt nicht bei der Sache. Mir fehlte die Lust. Ich musste das zuerst verarbeiten.»

Zukunft der Sportart ist ungewiss

Auch einige Tage später ringt Müller noch nach Worten. «Ich kann es noch immer nicht fassen. Es ist ein Schlag ins Gesicht.» Besonders schmerzt ihn, dass ihm sein grösster Traum genommen wird. «Ich arbeite, seit ich acht Jahre alt bin, auf Olympia hin. Das war immer mein grösster Antrieb.»

Die Spiele 2026 verpasste Müller im vergangenen Winter nur knapp. Das konnte er auch deshalb bald einmal akzeptieren, weil er sich die Spiele in vier Jahren als Ziel setzte. Dieses bricht nun weg. «Das tut brutal weh.»

Nach der WM 2027 in Falun ist völlig offen, wie es mit der Sportart weitergehe. Das sind düstere Zukunftsaussichten. Sicher ist, dass Müller die kommende Saison wie geplant in Angriff nimmt. Was danach kommt, weiss er noch nicht. 

«Das ist nicht fair»

Traurig und zugleich wütend macht Müller die Argumentation des IOC. Die nordische Kombination soll zu wenig Zuschauer anziehen und international nicht breit genug aufgestellt sein. «Wir hatten gar nie eine faire Chance», sagt er. An Olympia gab es nur drei Wettkämpfe – ausschliesslich Männer. «Wie will man uns so mit anderen Sportarten vergleichen?» 

Auch dass die Frauen trotz eines seit 2020 bestehenden Weltcups keine olympische Chance erhalten, versteht er nicht. «Die FIS hat den Frauen-Weltcup aufgebaut, weil das IOC Gleichberechtigung forderte. Jetzt lässt man sie trotzdem nicht starten. Das ist nicht fair.»

Über das IOC-Argument, wonach zu wenige Nationen Medaillen gewinnen würden, kann Müller ebenfalls nur den Kopf schütteln. «Wie viele verschiedene Länder stehen denn im Langlauf jeweils auf dem Podest?» 

Swiss-Ski sucht nach Lösungen

Mindestens genauso gross wie der Ärger sind seine Sorgen um die Zukunft der Sportart. «Mit dem Olympia-Status fliessen Fördergelder. Fallen diese weg, droht unserer Sportart das Aus.» Das hätte auch für den Nachwuchs verheerende Folgen. «Man nimmt ihnen eine Perspektive und ein grosses Ziel.»

Das Olympia-Aus treffe nicht nur die nordische Kombination, sondern auch die Skispringer. «Wenn Schanzen weniger genutzt werden, hat das Folgen für alle.» Swiss-Ski sucht nun nach Lösungen, wie sie den Athleten mitgeteilt haben. 

Müller klammert sich derweil an einen letzten Hoffnungsschimmer. Vielleicht schafft die nordische Kombination 2034 die Rückkehr ins olympische Programm. «Ich hoffe es von Herzen. Denn sie haben mir und vielen anderen Kombiniererinnen und Kombinierern unseren Kindheitstraum genommen.»

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