Eigentlich ist Häcki-Gross Teamleaderin
Unsere grosse Biathlon-Hoffnung zittert um Olympiaticket

In der letzten Saison schrieb sie an der Heim-WM beinahe Geschichte, jetzt steckt Lena Häcki-Gross wenige Wochen vor den Winterspielen so arg im Tief, dass sie auf den Goodwill von Swiss Olympic angewiesen ist.
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Lena Häcki-Gross ist in dieser Saison sportlich noch nicht angekommen.
Foto: Nordnes/Nordicfocus/freshfocus

Darum gehts

  • Biathletin Lena Häcki-Gross kämpft um ihre Olympia-Teilnahme nach schwachem Winter
  • Swiss Olympic entscheidet am Donnerstag über Nominierung trotz nicht erfüllter Kriterien
  • Mit Platz 32 in Hochfilzen verpasste sie die Top-25-Qualifikation
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marco PescioReporter Sport

Es ist bislang eine Saison, in der Lena Häcki-Gross (30) ihren Ansprüchen weit hinterherläuft. In der Vorbereitung war sie in ein tiefes mentales Loch gefallen, sie musste wegen Motivationsschwierigkeiten ihr Training anpassen und brauchte Zeit, um wieder richtig Lust auf Biathlon zu bekommen. «Herbstkrise» nannte es die Schwyzerin, die in den letzten Jahren immer wieder Weltcup-Podestkandidatin war und auch zwei Einzel-Siege herauslief.

An der Heim-WM im vergangenen Jahr schrammte sie als Vierte, Fünfte und Sechste gleich dreimal am Podest vorbei. Doch ausgerechnet jetzt, im Olympia-Winter, bleiben bei Häcki-Gross die Resultate aus. Ihr Top-Ergebnis stellt bislang ein 32. Platz im Sprint von Hochfilzen dar, was im Hinblick auf die sportliche Olympiaselektion nicht reicht.

Dabei hätte sie als Athletin, die im Vorjahr aufs Weltcuppodest lief, sogar eine vereinfachte Limite. Ein einziger Top-25-Platz, als Bestätigung ihrer Leistung aus dem letzten Winter, hätte gereicht, um das Ticket aus eigener Kraft zu lösen. Da sie diese Vorgabe aber auch beim letzten Rennen vor der offiziellen Selektion – am Sonntag in Ruhpolding (Verfolgung) – nach einem Sturz und mit Rang 40 nicht erreichte, muss sie nun um ihre Teilnahme zittern. Oder mit anderen Worten: Sie muss darauf hoffen, dass sie von Swiss Olympic trotzdem selektioniert wird, auch wenn sie bloss die Hälfte der Kriterien erfüllt hat.

«Werde weiterkämpfen»

Häcki-Gross spricht auf Instagram von einer «herzzerreissenden letzten Chance», die sie verpasst habe: «Jetzt liegt es nicht mehr in meiner Hand, zu entscheiden, ob ich eine würdige Olympiateilnehmerin bin.»

Das offizielle Selektionsdatum ist am Donnerstag. Gut möglich, dass Häcki-Gross dann trotz ihres unglücklichen Winters – angesichts ihres Status und ihres Potenzials im Falle eines Formanstiegs – nominiert wird. Die Athletin selbst kündigt jedenfalls an: «Ich werde weiterkämpfen.»

Offen scheint hingegen, ob bei Olympia eine Frauen-Staffel mit von der Partie sein wird. Denn mit Amy Baserga (25) und Lea Meier (24) haben bloss zwei Athletinnen die Kriterien auf sportlichem Weg geschafft. Vorgesehen gewesen wäre, dass nur im Falle von drei erfüllten Limiten eine Staffel ins Rennen geschickt würde. Besser sieht es derweil bei den Männern aus: Dort stehen mit Niklas Hartweg (25), Sebastian Stalder (28) und Joscha Burkhalter (29) drei Athleten im Olympia-Soll.

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