«Wusste sofort, dass er tot ist»
Teamkollege fand Biathlon-Star (†27) tot im Hotelbett

Biathlon-Star Sivert Guttorm Bakken ist kurz vor Weihnachten unerwartet verstorben. Sein Teamkollege Johan-Olav Botn findet ihn tot im Hotelbett. Nun spricht der Norweger erstmals über dieses tragische Ereignis.
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Johan-Olav Botn blickt auf einen schwierigen Moment zurück.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Johan-Olav Botn findet kurz vor Weihnachten seinen Biathlon-Teamkollegen tot im Hotelbett
  • Sivert Guttorm Bakken ist mit 27 Jahren völlig unerwartet verstorben
  • Botn spricht nun erstmals darüber und verrät, wie er damit umgeht
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Ramona BieriRedaktorin Sport

Johan-Olav Botn (26) hat schwierige Wochen hinter sich. Einen Tag vor Heiligabend findet der norwegische Biathlet seinen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken (†27) tot in dessen Hotelzimmer. Nun spricht Botn im norwegischen TV erstmals über diesen tragischen Moment.

«Wir wollten an diesem Morgen Skifahren. Ich wollte kurz bei ihm vorbeigehen, um die Autoschlüssel zu holen und ein paar Ski und Stöcke aus dem Auto nehmen», schildert er gegenüber dem Sender TV2. «Da fand ich ihn leblos in seinem Zimmer.»

Er sei in Schock und Panik verfallen, als er erkannt habe, dass sein Teamkollege nicht mehr lebt. «Ich sah, dass er völlig leblos und kreidebleich im Gesicht war. Ich verstand sofort, dass er tot war», erinnert sich Botn. Er will Ambulanz und Polizei alarmieren, kommt per Telefon aber nicht durch. Also rennt er los, um Hilfe zu holen. «Es waren einige stressige Minuten, in denen ich versuchte zu helfen.» Doch jede Hilfe kommt für Bakken zu spät. Erst als der Krankenwagen kommt, realisiert Botn, was passiert ist. Er versucht das, Geschehene zu verarbeiten. «Es geht immer noch auf und ab, aber es wird von Tag zu Tag besser», meint er.

Bilder, die für immer bleiben

Im ersten Moment sei er «völlig am Boden zerstört» gewesen und habe sich hilflos gefühlt. «Man kann nichts tun, um sich besser zu fühlen.» Nach und nach sickert die traurige Nachricht zu den anderen Teamkollegen durch. Sie versammeln sich im Hotel. «Es war sehr schön, dass wir alle zusammen waren», meint Botn. Und betont: «Ich bin sehr froh, musste ich das nicht ohne Menschen um mich herum bewältigen.»

Die angebotene psychologische Hilfe hat Botn angenommen. «Es gibt einige Bilder in meinem Kopf, von denen ich weiss, dass sie für den Rest meines Lebens bleiben», meint er. Deswegen sei es klug, «einen Weg zu finden, damit zu leben».

Mit seinen Gedanken ist Botn immer wieder bei Bakkens Familie. «Man fühlt sich fast verantwortlich, wenn man der Erste ist, der ihn sieht. Das geht einem sehr nahe.» Er habe mit ihr auch schon Kontakt gehabt, so Botn. An der Beerdigung Bakkens will Botn teilnehmen – selbst wenn er dafür auf Weltcuprennen verzichten muss. Bei denjenigen diese Woche in Oberhof (De) wird Botn allerdings krankheitsbedingt fehlen.

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