Darum gehts
- Im dritten Training war die Strecke erst nass, trocknete dann ab
- Massa kann gegen FIA wegen Skandal an der WM 2008 klagen
- Sauber im Training weit hinten, klappt es endlich in der Quali?
In Las Vegas geht es weiter rund. Nach einer regnerischen Nacht musste das Feld in den dritten 60 Minuten wieder auf einer «grünen» und weiter leicht nassen Piste starten. Bei immerhin 11 Grad. Das heisst: Der aufgetragene Gummi war auf dem 6,201 km langen Kurs weg. Wer fand bis zur Qualifikation um 5 Uhr morgens (MEZ, TV live) den besten Kompromiss?
Massa im Recht, aber…
Für die Meldung des Tages sorgte aber nicht das Training, sondern Richter Sir Robert Jay vom Obersten Gerichtshof in London. Er liess die Klage des Ex-Piloten Felipe Massa (49) gegen die FIA, die FOM und Bernie Ecclestone zu. Der Richter erklärte einige Anklagepunkte für zulässig: «Herr Massa hat im Prozess eine realistische Aussicht, das Gericht davon zu überzeugen, dass die FIA eine Pflicht zur Untersuchung hatte. Doch die Entscheidung liegt nicht im Bereich dieses Gerichts. Der Ausgang der WM 2008 kann nicht neu geschrieben werden.»
Da sind wir aber froh. Und was nun? Richter Jay: «Allfällige weitere Rechtsstreitigkeiten werden wohl nicht unkompliziert verlaufen. Herr Massa wird verschiedene Hürden überwinden müssen. Sollte er damit Erfolg haben, könnte er grundsätzlich Schadenersatz für entgangene Karrierechancen erhalten. Mehr liegt nicht drin.»
Der Skandal von 2008
Wir erinnern uns: 2008 bei der Singapur-Premiere forderte Renault-Chef Flavio Briatore (75) Nelson Piquet junior (40) auf, eine gelbe Flagge auszulösen, um Fernando Alonso (44) den Sieg zu sichern. Der Brasilianer knallte danach voll in die Mauer, Gelb, der Spanier siegte.
Der Skandal kostete Briatore für fünf Jahre den Job. Massa, der damals im Ferrari auf der Pole stand, verlor später die WM in Brasilien gegen Hamilton um einen Punkt – und forderte Jahre später die Annullierung des Singapur-Resultats. Nun, hätte Massa damals bei seinem Boxenstopp nicht den Tankschlauch mitgerissen, hätte er locker gepunktet und wäre nicht 13. geworden.
Das Wetter spielte verrückt
Zurück nach Las Vegas. Weil die Piste nie trocken wurde, blieben die Rundenzeiten am Samstag um rund acht Sekunden hinter den Freitagszeiten. Und bis 25 Minuten vor dem Ende standen beide Sauber und Alpine in der Garage. Aus Respekt vor einem Unfall?
Zuvorderst kämpften die üblichen Verdächtigen um die Bestzeit. Hamilton, Norris, Antonelli, Russell, Piastri und Verstappen. Bis sich Tsunoda und Leclerc vorne meldeten. Aber eben: Ein Zeitvergleich zum Freitag war kaum möglich. Auch wenn alle von Intermediates auf Soft-Reifen wechselten. Und 15 Minuten vor dem Ende hatten Alonso, Stroll, Gasly und Hülkenberg noch keine zählbare Runde.
Sauber bleibt eine Wundertüte
Erst als die Strecke dann «gefahrlose» Runden zuliess, erwachte auch das Sauber-Duo, das fast keine Ersatzteile mehr hat (Blick berichtete). Und fünf Minuten vor der Zielflagge tauchten beide Fahrer kurz vorne auf: 4. Bortoleto, 9. Hülkenberg. Dann ging es wieder schnell nach hinten. Schlussstand: 13. Bortoleto, 17. Hülkenberg.
Kann Sauber endlich in der Qualifikation glänzen? Die letzten fünf Startplätze von Hülkenberg: 17, 11, 11, 13 und 10. Diejenigen von Bortoleto: 13, 16, 16, 16 und 20.
Doriane Pin gewinnt WM der Pilotinnen
Derweil ist die Frauen Academy 2025 entschieden. Schon in der ersten Runde des vorletzten Rennens der WM der Pilotinnen in Las Vegas kollidierte die Gesamtzweite Maya Weug (Holland) im Ferrari mit der Zürcherin Tini Hausmann (19) im Aston Martin. Damit steht Doriane Pin aus Frankreich mit ihrem Mercedes praktisch als neue Meisterin fest.
Der Zwischenfall kurz nach dem Start wurde nach dem Rennen von der FIA untersucht, änderte aber nichts mehr an der Wertung.