Novak Djokovic (39, ATP 12) hat schon nach der zweiten Runde keine Chance mehr auf seinen zweiten Titel in Basel nach dem Final-Sieg gegen Roger Federer 2009.
Jan-Lennard Struff (36, ATP 47) spielt in der St. Jakobshalle gross auf und holt sich im neunten Duell mit dem Rekord-Grand-Slam-Champion den ersten Sieg. 6:7, 7:5 und 7:6 stehts am Ende von über zweieinhalb Stunden Spektakel. «Ich hätte im einen oder anderen Punkt aggressiver sein können, aber es ist alles sein Verdienst. Die Niederlage tut weh, aber er spielte einfach unglaubliches Tennis. Ich kann mich an keinen erinnern, der so aggressiv und präzise gespielt hat wie er», erklärt Djokovic nach dem Spiel gegenüber SRF.
Djokovic kann somit nicht von den frühen Niederlagen von Frances Tiafoe (ATP 9) in Wien und Rafael Jodar (ATP 11) in Basel profitieren und muss beim Masters von Paris in der nächsten Woche weiter um einen Platz bei den ATP-Finals von Turin zum Saisonabschluss kämpfen.
Drei Doppelfehler: Djokovic verschenkt Satz
Der Deutsche Struff ist von Anfang an auf Augenhöhe, ist im ersten Satz eigentlich sogar der bessere Spieler. Doch am Ende holt ihn sich Djokovic im Tiebreak, ohne sich zuvor auch nur eine Breakchance zu erspielen.
Im zweiten Durchgang ist dann der Serbe näher am Aufschlagdurchbruch. Doch Struff, der sich stets auf seinen sackstarken Aufschlag verlassen kann, wehrt alle vier Breakchancen ab. Djokovic lässt seinem Frust mit nicht jugendfreien Schimpfwörtern freien Lauf.
So muss Djokovic bei 5:6 gegen den Satzverlust aufschlagen – und das geht gehörig schief. Mit gleich drei Doppelfehlern schenkt er den Satz ab.
Ein Minibreak macht den Unterschied
Im dritten Satz nimmt die Spannung mit jedem Punkt und jedem Game zu. Nur die Herren auf dem blauen Kunststoff scheinen davon nicht tangiert zu sein. Struff muss zu Beginn und bei 4:4 je eine Breakchance abwehren, tut dies aber, ohne Nerven zu zeigen.
Djokovic, der zwar immer wieder mit der Bespannung seines Rackets hadert und lautstark mit seinem Coach Viktor Troicki in seiner Box kommuniziert, bleibt bis zum Schluss konzentriert. Am Ende entscheidet ein Minibreak den Match.