Darum gehts
- Novak Djokovic gewinnt erstes Spiel in Basel
- Basler Publikum feiert «Nole» ab und trägt ihn zum Sieg
- Der Serbe motzt und schreit, bringt den Sieg aber ins Trockene
«Vielen Dank. Danke für die Unterstützung», sagt Novak Djokovic (39, ATP 12) im Platzinterview zu den Fans nach seinem Auftaktsieg (4:6, 6:3, 6:4) gegen den Franzosen Ugo Humbert (28, ATP 38) an den Swiss Indoors. Das sagt er allerdings nicht auf Englisch, sondern in sehr gutem Deutsch. «Ich kann es ein bisschen, ja», ergänzt er und sorgt damit für einen Lacher in der St. Jakobshalle – im Wohnzimmer von Roger Federer (45).
Mit dem Serben betritt am Mittwoch einer der zwei grössten Rivalen des Maestros dessen Stube – erstmals seit 15 Jahren. Und der Swiss-Indoors-Champion von 2009 reisst die Fans nur schon von den Sitzen, als er den Center Court um kurz nach 16 Uhr betritt. Es ist so laut, wie wenn Federer auflaufen würde.
Bereits kurz nach dem Mittag, also Stunden vor seinem Match, warten draussen im Ankunftsbereich der Spieler Dutzende Fans auf den 24-fachen Grand-Slam-Sieger. Kinder lauern auf ein Autogramm, andere Anhänger halten die serbische Flagge hoch. Zu ihrer Enttäuschung wird ihnen nach langem Warten aber gesagt, dass der Djoker schon längstens in der Halle ist.
Knatsch mit Box auf dem Weg zum Sieg
Dort sehen die «Nole»-Fans dann, dass ihr Liebling nicht so richtig auf Touren kommt, Humbert überzeugt mit seinen harten und präzisen Schlägen – Djokovic hat kein Mittel dagegen. Erst im zweiten Satz reisst er das Ruder an sich, während sich sein Gegner am Rücken und an der Hüfte behandeln lassen muss. Als er den Durchgang eintütet, explodiert die Halle einmal mehr.
Doch zufrieden scheint Djokovic immer noch nicht. Mal schaut er ungläubig auf den Platz, dann fordert er die Ballkids auf, das Tuch und die Bälle schneller zu bringen. Auch mit seiner Box legt er sich an und schreit zwischendurch wild gestikulierend zu seinen Leuten. Das Publikum motiviert ihn mit «Nole»-Rufen, was scheinbar nützt: Die Weltnummer 12 schafft das Break zum 3:2 und holt sich kurz darauf den Sieg.
«Darin finde ich Befriedigung»
«Ich war überrascht, wie das Publikum mich hier willkommen geheissen hat», gibt er danach gegenüber den Medien zu. «Ich bin dankbar für den Support. Ich weiss, dass es in der Schweiz eine grosse serbische Community gibt und ich habe gehofft, dass sie kommen und mich unterstützen kann.» Die Fans wollen ihn auch kaum gehen lassen. Minutenlang verabschiedet er sich vom Publikum, gibt Autogramme und lässt sich feiern. Wieder begleitet von vielen «Nole»-Rufen.
Es freut ihn, dass er die Jungen noch immer ärgern kann: «Ich finde Befriedigung darin, dass ich mich gegen die Jungen zurückkämpfen und physisch mithalten kann.» Nicht ganz zufrieden ist er dagegen mit seinem Spiel: «Ich weiss, dass ich besser spielen kann. Das Positive heute: Kampfgeist und Resilienz.»
Das wird auch am Donnerstag (18 Uhr) im Achtelfinal nötig sein. Mit Jan-Lennard Struff (36, ATP 47) wartet ein starker Aufschläger auf den Serben.