Darum gehts
- Rebeka Masarova zurück im Schweizer Tennis-Nationalteam, spielt erstmals in Biel
- Masarova war 6 Jahre für Spanien aktiv, seit Juni 2025 für Schweizer Team spielberechtigt
- Teamcaptain Günthardt freut sich speziell über Masarova-Rückkehr
Seit dieser Woche sind es 61 Namen auf der Liste der Schweizer Tennisspielerinnen, die mindestens einmal ins Nationalteam berufen wurden. Rebeka Masarova (26) ist erstmals Teil des Billie-Jean-King-Cup-Teams, das ab Freitag in Biel gegen Tschechien um ein Ticket für das Finalturnier in China Ende September kämpft.
«Ich habe mich sehr gefreut, als mich Heinz Günthardt angerufen hat», sagt die Baslerin im Gespräch mit Blick am Donnerstag. Eigentlich wollte sie schon im November in Argentinien in den Playoffs dabei sein, eine Ellbogenverletzung bremste sie aber aus. «Daher ist die Freude jetzt umso grösser, zu Hause in der Schweiz das erste Mal im Team zu sein.»
Unfreiwilliger Nationenwechsel
Warum die 1,86 m grosse Frau in den letzten Jahren nie dabei war? Weil sie nicht durfte. Erst seit Juni 2025 ist sie von der ITF wieder für das Schweizer Team spielberechtigt. Als Teenager spielte sie schon unter der Schweizer Flagge, so etwa 2016, als sie bei den French Open als dritte Schweizerin nach Martina Hingis und Belinda Bencic ein Junioren-Slam-Turnier gewinnen konnte. Doch dann folgte der Nationenwechsel zu Spanien.
Anfang 2018 verkündete die damals 18-jährige Masarova, dass sie künftig für das Heimatland ihrer Mutter spielen will. «Es ist ein Bauchgefühl. Ich fühle mich eher als Spanierin», sagte sie der «Luzerner Zeitung». Bei Swiss Tennis war man überrascht und prüfte den Nationenwechsel juristisch, bevor man sich mit ihr einvernehmlich einigte.
Sechs Jahre später kehrte sie zur Schweiz zurück. Der Grund? «Der Wechsel nach Spanien war damals keine bewusste persönliche Entscheidung von mir», sagte sie im Januar 2025 gegenüber Blick. Er war vielmehr von ihrer Mutter Marivi forciert worden. Sie war mit Masarova schon früh nach Barcelona gezogen, um sie dort zu fördern. «Diese Entscheidung, wieder für die Schweiz zu spielen, ist eine, die ich aus eigenem Willen getroffen habe.»
In Biel sagt sie nun, dass es ein langer Prozess gewesen sei: «Ich habe lange darüber nachgedacht.» Auf die Vergangenheit und die persönliche Beziehung zu ihrer Mutter will die Weltnummer 123 nicht eingehen. Sie sagt nur: «Mein Umfeld hat mich bei meinem Wechsel zurück sehr unterstützt.»
Günthardt: «Sie ist nun da, wo sie hingehört»
Zum Debüt kommt Masarova am Freitag noch nicht, Teamcaptain Günthardt stellt Belinda Bencic (29, WTA 11) und Viktorija Golubic (33, WTA 79) auf. Die Baslerin ist provisorisch fürs Doppel am Samstag vorgesehen. «Ich bin ready, wenn sie mich auf dem Platz brauchen, aber auch, wenn ich sie von der Bank anfeuern darf.»
Schweiz – Tschechien in Biel
Freitag (ab 13 Uhr)
Einzel: Belinda Bencic (WTA 11) – Marie Bouzkova (WTA 24)
Einzel: Viktorija Golubic (WTA 79) – Linda Noskova /WTA 14)
Samstag (ab 13 Uhr)
Doppel (voraussichtlich): Rebeka Masarova (WTA 123)/Céline Naef (WTA 207) – Marketa Vondrousova (WTA 45)/Lucie Havlickova (WTA 217)
Einzel: Belinda Bencic (WTA 11) – Linda Noskova (WTA 14)
Einzel: Viktorija Golubic (WTA 79) – Marie Bouzkova (WTA 24)
Schweiz – Tschechien in Biel
Freitag (ab 13 Uhr)
Einzel: Belinda Bencic (WTA 11) – Marie Bouzkova (WTA 24)
Einzel: Viktorija Golubic (WTA 79) – Linda Noskova /WTA 14)
Samstag (ab 13 Uhr)
Doppel (voraussichtlich): Rebeka Masarova (WTA 123)/Céline Naef (WTA 207) – Marketa Vondrousova (WTA 45)/Lucie Havlickova (WTA 217)
Einzel: Belinda Bencic (WTA 11) – Linda Noskova (WTA 14)
Einzel: Viktorija Golubic (WTA 79) – Marie Bouzkova (WTA 24)
Der Schweizer Teamcaptain Günthardt bestätigt: «Bei der Anfrage gab es kein Zögern bei ihr.» Auf die Frage, ob für ihn sofort klar war, dass er sie aufbieten werde, sobald sie spielberechtigt ist, antwortet der 67-Jährige: «Selbstverständlich. Die Geschichte, warum sie in Spanien gelandet ist, war unglücklich.»
Schon in Masarovas Teenager-Jahren hat Günthardt oft mit ihr trainiert, weshalb er sie gut kennt. Die Freude über ihre Rückkehr ist beim Blick-Experten gross: «Als sie hier reingelaufen ist, habe ich ihr gesagt ‹Willkommen zu Hause›. Denn sie ist nun da, wo sie hingehört, und zwar in Rot-Weiss.»