Wawrinka gönnt sich ein Bier nach letzter Tennis-Show
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Emotionaler Abschied:Wawrinka gönnt sich ein Bier nach letzter Tennis-Show

Rosiger Start ins letzte Jahr
Welche Auswirkungen der geniale Wawrinka-Abschied hat

Goodbye, Melbourne! Stan Wawrinka tritt an den Australian Open trotz Drittrunden-Out erhobenen Hauptes ab – und mit guter Ausgangslage fürs Restjahr.
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Viel Liebe für die Fans in Melbourne – aber auch umgekehrt: Stan Wawrinka wird bejubelt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Stan Wawrinka verabschiedet sich emotional in Melbourne nach der Niederlage gegen Taylor Fritz
  • Fans und Turnierdirektor Tiley würdigen ihn, Wawrinka stösst mit Bier an
  • Er rückt im Ranking vor, gute Ausgangslage für sein letztes Jahr auf der Tour
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marco PescioReporter Sport

Australien verneigt sich ein letztes Mal vor Stan Wawrinka. Der Romand wird in der John Cain Arena von Melbourne derart frenetisch gefeiert, als wäre er es gerade gewesen, der in den Achtelfinal gezogen ist. Dabei hatte der 40-Jährige im Duell mit US-Topstar Taylor Fritz, dem enorm stark servierenden Weltranglisten-Neunten, in vier umkämpften Sätzen (6:7, 6:2, 4:6, 4:6) das Nachsehen. Doch nach der Partie gehört die Bühne ganz allein dem dreifachen Grand-Slam-Champion: Fritz bekundet seinen «riesigen Respekt» für den Waadtländer und sagt lachend, er könne es den Zuschauern «nicht übelnehmen», dass praktisch alle den Altmeister lautstark unterstützt hätten. Die Fans im drittgrössten Stadion des Areals wissen es zu schätzen, dass sie Teil der Dernière jenes Mannes sein durften, der hier 2014 seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte und heuer noch einmal eine Wildcard zugesprochen bekam.

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Wawrinka geniesst den emotionalen Abschied vor den Augen seiner Eltern Isabelle und Wolfram sichtlich. Die Organisatoren haben für «Stan the Man» eine spezielle Würdigung in Form eines Abschiedsvideos vorbereitet. Turnierdirektor Craig Tiley betritt ebenfalls das Parkett und bedankt sich bei der Ende Jahr abtretenden Tennislegende. Wawrinka revanchiert sich daraufhin, indem er zwei Dosenbiere aus seiner Tasche holt – und mit Tiley auf sein letztes Mal Melbourne anstösst. Das ganze Stadion johlt. Wawrinkas 20. (!) Hauptfeld-Teilnahme beim ersten Major des Jahres ist ein einziges Fest. Er sagt: «Ich bin traurig, dass es vorbei ist, aber es war eine wunderbare Reise.»

Egal, was in diesem Jahr noch passiert, es entsteht der Eindruck, dass Wawrinka seine allerletzte Saison schon jetzt versüsst hat. Er hat aus seinem Trip nach Australien das Maximum seiner Möglichkeiten herausgeholt: Der Westschweizer will auf seiner Abschiedstournee nicht einfach nur den Zuschauern zuwinken und ein paar Hände schütteln. Mais non! Er will siegen, leiden und Emotionen spüren, die nur in Matches entstehen. Das ist ihm Down Under definitiv gelungen. Zuerst beim United Cup, bei dem die Schweiz erst im Final verlor, dann an den Australian Open, mit drei fulminanten Auftritten.

Ein Titel und Alcaraz?

Gegenüber Eurosport verriet Wawrinka in Melbourne seine letzten Wünsche der Karriere: Da wäre etwa ein letzter Titel, auf welcher Stufe auch immer. Und könnte er wählen, würde er endlich mal die Weltnummer 1 Carlos Alcaraz herausfordern. Ausserdem wäre Novak Djokovic aus seiner Sicht der ideale letzte Gegner, um danach abzutreten.

Nun, ganz so unwahrscheinlich sind diese Szenarien nicht. Zunächst einmal verfolgt Wawrinka das Ziel, in die Top 100 zurückzukehren. Was im Vorjahr kaum mehr realistisch schien, ist plötzlich wieder machbar. Denn sein kleiner australischer Höhenflug beschert ihm nun eine deutlich bessere Ausgangslage: Nach dem Turnier wird der dreifache Major-Champion ungefähr auf Rang 107 positioniert sein, gleichzeitig hat er bis Ende März bloss 54 Punkte zu verteidigen. Die Chancen, bei seinen letzten Grand Slams in Paris, Wimbledon und New York nicht mehr auf eine Wildcard angewiesen zu sein, stehen gut. Und selbst wenn er keinen erfolgreichen Frühling hat, dürfte es sich nach dieser Australien-Show kein Grand-Slam-Turnier entgehen lassen, der populären Tennis-Ikone den Teppich für ein letztes Hurra auszurollen.

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