Der erste Wimbledon-Halbfinal der Frauen ist ein absoluter Krimi und bietet alles, was man als Tennis-Fan sehen will. Als Siegerin geht Karolina Muchova (29, WTA 9) hervor, die Coco Gauff (22, WTA 7) nach 2 Stunden und 35 Minuten mit 6:2, 1:6, 7:6 (12:10) bodigt.
Nachdem beide einen Durchgang ziemlich deutlich für sich entscheiden konnten, geht der Entscheidungssatz ins Match-Tiebreak. Und dort kippt das Spiel mehrmals auf beide Seiten. Zwischenzeitlich führt die Tschechin 4:1, dann holt Gauff wieder auf und gleicht zum 7:7 aus. Den darauffolgenden 8:7-Minibreak-Vorsprung nutzt Muchova nicht, mit zwei unerzwungenen Fehlern legt sie der US-Amerikanerin einen Matchball in die Hände. Doch die 22-Jährige lässt die Chance liegen. Bei 10:9 hat Muchova dann ihren ersten Matchball, den Sieg holt sie sich aber erst mit ihrem zweiten.
So steht Muchova zum zweiten Mal in ihrer Karriere in einem Grand-Slam-Final. Ihr erstes Endspiel, 2023 an den French Open, verlor sie gegen Iga Swiatek (25, WTA 3). Nun bekommt die Tochter des ehemaligen Fussball-Profis Josef Mucha (58) ihre zweite Chance auf den ersten Major-Titel. «Es hört sich schön an, im Final zu sein», sagt sie im Siegerinneninterview.
«Es war nervenaufreibend»
Es sei ein grosser Kampf und eine Achterbahnfahrt gewesen: «Innerhalb von zehn Sekunden hast du Matchball gegen dich, dann für dich. Man hatte keine Zeit, nachzudenken. Es war nervenaufreibend.» Muchova, die zum ersten Mal überhaupt auf dem Center Court in Wimbledon gespielt hat, ist überwältigt von der Atmosphäre: «Es ist unbeschreiblich. Es gibt so viele Spielerinnen, die nie hier spielen können. Hier ist es besonders geschichtsträchtig.»
Muchova wird in der Weltrangliste mindestens auf Platz 6 vorrücken. So gut war sie noch nie rangiert. Sollte sie den Titel holen, würde sie sogar noch zwei weitere Plätze gutmachen. Daran hindern könnte sie aber ausgerechnet eine Landsfrau. Linda Noskova (21, WTA 12) duelliert sich am Donnerstagabend mit der Ukrainerin Marta Kostjuk (24, WTA 13).