Darum gehts
- Rafael Jodar steht vor seinem Aufstieg in die Top Ten nach nur 140 Tagen
- Der Spanier war Anfang des Jahres noch Weltnummer 165
- Seit 1985 hält Boris Becker diesen Rekord – mit 210 Tagen
Anfang des Jahres noch die Nummer 165 der Welt und ganz frischer Vollzeitprofi – wenige Monate später schon vor dem ersten Masters-Titel und dem Sprung in die Top Ten der Weltrangliste? Dieser doppelte Coup könnte am Ende der laufenden Woche für das spanische Megatalent Rafael Jodar (ATP 15) Realität werden.
Der Tennis-Youngster hat in seiner Premierensaison für gewaltiges Aufsehen und eine Welle der Begeisterung gesorgt. Nun steht der 19-Jährige kurz vor einem Meilenstein, den nicht einmal Legenden wie Roger Federer (45), Rafael Nadal (40) oder Novak Djokovic (39, ATP 5) erreichen konnten: dem schnellsten Aufstieg in die Top zehn in der Geschichte des Männertennis.
Rekord kann diese Woche fallen
Mit seinem Viertelfinalsieg über Arthur Fils (22, ATP 24) beim ATP-1000-Turnier in Montreal hat sich Jodar in eine historische Ausgangslage gebracht. Um das Kunststück bereits in dieser Woche zu vollbringen, muss er im Halbfinal Brandon Nakashima (25, ATP 31) besiegen. Gleichzeitig darf Ben Shelton (23, ATP 10) seine Partie gegen Learner Tien (20, ATP 19) nicht gewinnen. Sollte Shelton dennoch ins Endspiel einziehen, führt für Jodar kein Weg am Turniersieg vorbei, um die historische Marke schon bei den Canadian Open zu knacken.
Bestmarke seit 40 Jahren unberührt
Doch wem gehört diese Bestmarke bis dato? Keinem Geringeren als Boris Becker (58). Die deutsche Tennisikone brauchte 1985 im Alter von 18 Jahren lediglich 210 Tage, um von den Top 100 unter die zehn besten Spieler der Welt zu klettern. Jodar feierte am 30. März dieses Jahres beim Masters in Miami (USA) seinen Einzug in die Top 100. Gelingt ihm nun in Kanada dieser Coup, hätte er den Weg in unfassbaren 140 Tagen absolviert.
Zum Vergleich: Landsmann Carlos Alcaraz (23, ATP 2) benötigte dafür 336 Tage, Djokovic 623 Tage, Nadal und Jannik Sinner (24, ATP 1) jeweils 735 Tage und Federer sogar 973 Tage. Jodars kometenhafter Aufstieg stellt schon jetzt die Karrierestarts der prägendsten Tennisgrössen in den Schatten. Bleibt abzuwarten, wie sich seine Karriere weiterentwickelt.