Frust-Out an den US Open
Hätte Bencic in New York gar disqualifiziert werden müssen?

Seit 2018 ist Belinda Bencic bei den US Open nicht mehr in der ersten Runde ausgeschieden. Entsprechend frustriert war die Weltnummer 12 bei ihrer Dreisatz-Niederlage gegen Julija Putinzewa. Die Schweizer Bilanz ist auch insgesamt enttäuschend.
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Belinda Bencic scheidet in der ersten Runde der US Open aus.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Belinda Bencic scheidet bei den US Open nach einem hitzigem Match gegen Putinzewa aus
  • Sie trifft einen Zuschauer mit dem Ball und kassiert eine Verwarnung, doch das Spiel wird fortgesetzt
  • Alle Schweizer Spielerinnen und Spieler scheiden in der Runde eins aus – zum dritten Mal seit 2020
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Petar DjordjevicRedaktor Sport

Belinda Bencic (29), die Weltnummer zwölf, scheidet nach einem Abnützungskampf gegen die Kasachin Julija Putinzewa (31, WTA 84) bei den US Open aus. Dabei hat die Schweizerin noch enormes Glück, dass sie ihre Tennisschläger nicht schon früher einpacken muss. 

Bencic entscheidet den ersten Satz mit 6:4 für sich und führt im zweiten mit 2:0, als sie das dritte Game bei eigenem Aufschlag verliert. Dann passiert es: Die frustrierte Schweizerin schlägt den Ball ziellos weg und trifft dabei laut SRF-Kommentator einen Zuschauer auf den Rängen, was die TV-Kameras jedoch verpassen. Sie entschuldigt sich umgehend. Putinzewa wendet sich an den Schiedsrichter und liefert sich im Anschluss ein kurzes Wortgefecht mit Bencic. 

Gab es das nicht schon einmal?

Die Schweizerin wird vom Schiedsrichter in der Folge wegen unsportlichen Verhaltens verwarnt. Sie entschuldigt sich nochmals. Ein längerer Unterbruch bleibt aus, und der Match wird wieder aufgenommen. Der Fall erinnert an die US Open 2020. Pablo Carreno Busta (35) aus Spanien – damals Weltnummer 27 – traf im Achtelfinal auf den Serben Novak Djokovic (39), der die Weltrangliste zu diesem Zeitpunkt anführte. 

Busta gelang es, Djokovic das Aufschlagspiel abzunehmen und im ersten Satz mit 6:5 in Führung zu gehen. Der Serbe reagierte mit einem ziellos geschlagenen Ball. Er traf aber keinen Zuschauer – das Stadion war aufgrund der Covid-Massnahmen ohnehin beinahe leer. Stattdessen bekam eine Linienrichterin den Ball an die Kehle, fiel um und rang nach Luft. Bereits bevor die Unparteiische getroffen worden war, war Djokovics Entsetzen im Gesicht in der Wiederholung zu sehen. 

Disqualifikation folgte

Er lief zur Linienrichterin und entschuldigte sich umgehend. Es folgte ein zehnminütiger Unterbruch. Die Stuhlschiedsrichterin zog neben dem Supervisor auch den obersten Tennis-Schiri Andreas Egli hinzu. Dieser teilte Djokovic nach langer Diskussion auf dem Court mit, dass er vom Turnier disqualifiziert sei.

In einer Medienmitteilung schrieb der US-amerikanische Tennisverband später: «Gemäss dem Grand-Slam-Regelwerk hat der Turnierschiedsrichter Novak Djokovic von den US Open 2020 disqualifiziert, nachdem dieser einen Ball innerhalb des Spielfelds absichtlich gefährlich oder rücksichtslos geschlagen oder einen Ball unter fahrlässiger Missachtung der Folgen geschlagen hatte.»

Schwache Schweizer Ausbeute

Der Verband bezieht sich dabei auf die Regel N des Grand-Slam-Regelwerks «Missbrauch von Bällen». Hatte Bencic also Glück, dass ihr rücksichtslos geschlagener Ball nicht zur Disqualifikation im zweiten Satz geführt hat? Am Ausgang des Matches hat es allerdings nichts geändert. 

Mit Bencic sind nun alle Schweizerinnen und Schweizer bereits in der ersten Runde der US Open ausgeschieden. Das ist nach 2020 und 2024 das dritte Mal in sieben Jahren der Fall. Bencic selbst ist das letzte Mal 2018 in der ersten Runde der US Open ausgeschieden.

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