Zehnkampf oder Weitsprung?
Ehammer-Entscheid um Olympia-Start ist gefallen

Das Leichtathletik-Herz von Simon Ehammer «blutet» – doch er hat im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles seine Wahl getroffen: Der Appenzeller wird im Weitsprung an den Start gehen.
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Fliegt Simon Ehammer in LA zur historischen Medaille?
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Simon Ehammer hat sich entschieden, wo er 2028 in LA starten wird
  • Der Appenzeller will im Weitsprung auf Goldjagd gehen
  • Kein Zehnkampf vorerst, dafür mehr Trainingsumfang im Weitsprung
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Marco PescioReporter Sport

Seit letztem Jahr hat Simon Ehammer (26) die Frage mit sich herumgetragen – mal kippte er auf die eine, mal auf die andere Seite. Jetzt hat er sich festgelegt: Der Weitsprung soll es sein, der ihm an den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles im besten Fall Gold beschert. Die Entscheidung zwischen seiner Paradedisziplin und dem Zehnkampf sei ihm enorm schwergefallen: «Mein Herz blutet. Ich hätte mir gewünscht, in Los Angeles mit einem Doppelstart Geschichte schreiben zu können.» Doch weil es der Zeitplan nicht zulässt, sah er sich gezwungen, eine Wahl zu treffen.

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Neuer Weltrekord:Simon Ehammer springt im Zehnkampf 8,45 Meter

«Dieser Punkt wird sich markant ändern»

Ehammer ist in beiden Disziplinen Schweizer Rekordhalter. Im Mehrkampf hat der Appenzeller die beste Saison seiner Karriere hinter sich – er wurde Hallenweltmeister im Siebenkampf und krallte sich dort sogar den Weltrekord. Und beim prestigeträchtigen Meeting in Götzis holte er sich erstmals den Sieg. Ehammer war so gut unterwegs, dass sein Gefühl noch mehr schwankte.

Am Ende ist es der Weitsprung geworden, weil er hier «grosses Potenzial» für die nächsten Jahre sieht. In dieser Disziplin hat er schon WM- sowie EM-Bronze im Sack sowie die EM-Silbermedaille aus diesem Jahr in Birmingham. Und obendrauf der gute, aber auch sehr schmerzhafte vierte Rang bei Olympia 2024 in Paris. Im Hinblick auf Los Angeles ortet Ehammer deshalb so viel Luft nach oben, weil eine Fokussierung sehr viel mehr Spielraum im Trainingsumfang mitbringt: «Konkret heisst das: Anstelle von wie bisher einer Weitsprung-Einheit pro Woche habe ich nun theoretisch sieben Tage Zeit. Dieser Punkt wird sich markant ändern. Ich werde öfter sprinten und mehr Hürden laufen. Oder anders gesagt: Viel mehr auf Basis der Schnellkraft machen.»

Für die Fans ist das eine Umgewöhnung: Ehammer wird nun bis LA nur noch im Weitsprung zu sehen sein. Dafür soll diese konsequente Verfolgung einer Aufgabe zum Ende einer Schweizer Durststrecke führen. Sein Ziel im Juli 2028 ist der Gewinn der ersten olympischen Leichtathletik-Medaille eines Schweizers seit 1988. Damals hatte Werner Günthör (65) im Kugelstossen Bronze geholt.

Freier Kopf und gesunder Fuss

Dass die Wahl nun endlich gefallen ist, erleichtert Ehammer: «Der Zeitpunkt jetzt macht Sinn. Wir haben einen ganzen weiteren Winter vor uns, in dem wir einen Aufbau machen können.» Ausserdem könne er das Projekt Olympia nun mit «freiem Kopf» angehen. Und übrigens auch vollständig gesund, wie er sagt: Der Eingriff am linken Fuss nach Problemen am Knöchel und an der Ferse sei erfolgreich verlaufen: «Dafür, dass es erst rund sechs Wochen her ist, ist das Gefühl schon wieder sehr, sehr gut. Ich bin seit zwei Wochen wieder voll im Sprungtraining.»

Unterstützt wird er weiterhin von seinem alten Team – mit leichten Anpassungen: Nach Ehammers Entscheidung übernimmt Weitsprung-Trainer Yves Zellweger den Hauptlead. René Wyler hat nach wie vor das Hürden- und Krafttraining unter sich. Und Karl Wyler soll erneut situativ eingesetzt werden – auch an Wettkämpfen. Ehammers Wunsch wäre, an Grossanlässen sowohl Zellweger als auch Karl Wyler dabeizuhaben. Ob dies regulatorisch zugelassen wird, bleibt abzuwarten. Ehammer will aber auch hier am liebsten mit voller Power seinen Olympia-Traum verfolgen.

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