«Können da nicht mithalten»
Dämpfer für Swiss Indoors – Alcaraz geht nach Wien

Die Swiss Indoors durften in der Vergangenheit schon einmal mit Superstar Carlos Alcaraz als Aushängeschild werben. Doch jetzt schlägt er auf einmal bei der Konkurrenz auf.
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Tennis-Superstar Carlos Alcaraz – hier bei seinem letzten Basel-Auftritt 2022 – spielt dieses Jahr überraschend in Wien.
Foto: Benjamin Soland

Darum gehts

  • Alcaraz wählt Wien statt Basel trotz Abmachung
  • Die Riad-Show wurde wegen Terrorgefahr verschoben
  • Nach Sinners Absage sieht Brennwald Wien finanziell vorn
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Marco PescioReporter Sport

Tennis-Österreich jubelt gerade über einen Coup. Carlos Alcaraz (23) hat beim ATP-500-Turnier in Wien spontan eine Wildcard angenommen. Das ist gleichzeitig ein herber Dämpfer für Schweizer Fans – denn das heisst, dass die gleichzeitig stattfindenden Swiss Indoors Basel (24. Oktober bis 1. November) das Nachsehen haben. Und das, obwohl der spanische Superstar 2022 noch in der St. Jakobshalle aufgeschlagen hatte und seither ein «Gentlemen’s Agreement» geherrscht hat, wie Turnierdirektor Roger Brennwald (80) im Vorjahr gegenüber Blick verriet. Dieses besagte: Sollte er je wieder in Betracht ziehen, im entsprechenden Turnierslot im Oktober spielen zu wollen, dann würde er dies in Basel tun.

Saudi-Verschiebung machts möglich

Nun: Seit Alcaraz’ letztem Auftritt in der Nordwestschweiz ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen. Und es hat sich in diesem Jahr eine neue Konstellation aufgetan: Alcaraz hätte eigentlich bei der Six-Kings-Slam-Exhibition in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad teilgenommen (21. bis 24. Oktober) – wie schon in den letzten beiden Jahren. Das hätte mit grosser Wahrscheinlichkeit zur Folge gehabt, dass er wenige Tage später kein offizielles ATP-Turnier bestritten hätte. Da der Showevent in Saudi-Arabien jetzt aber wegen Terrorgefahr in den Dezember verschoben wurde, gab es im Kalender von Alcaraz plötzlich doch noch Spielraum. Und da schlugen die Österreicher direkt zu. Wien-Direktor Herwig Straka wird in der Star-Ankündigung wie folgt zitiert: «Es ist alles sehr rasch gegangen und Carlos hat ohne grosses Zögern für Wien zugesagt. Das ist eine grosse Auszeichnung für unser Turnier.»

Basel-Boss nimmts sportlich

Dazu muss man wissen: Die Alcaraz-Verpflichtung kommt nach der Absage des anderen grossen Superstars im Männertennis. Jannik Sinner (25) hat kürzlich bekannt gegeben, dass er wegen einer Knieverletzung 2026 nicht mehr auf den Platz zurückkehren werde. Nun hat die Wiener Stadthalle aber doch noch – neben Paris- und US-Open-Sieger Alexander Zverev (29) – ein weiteres grosses Aushängeschild vorzuweisen.

In Basel nimmt man die Alcaraz-Entscheidung sportlich zur Kenntnis. Turnierdirektor Brennwald sagt auf Blick-Nachfrage: «Wenn Jannik Sinner in Wien absagt, dann gehe ich davon aus, dass ein grösserer finanzieller Posten wieder zur Verfügung steht. Da können wir nicht mithalten.»

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