Darum gehts
- Izyan Ahmad, 15, spielt heute erstmals in Indian-Wells-Qualifikation gegen Tirante
- Mit sieben Jahren wurde Ahmad durch Roger-Federer-Frage bei US Open bekannt
- Ahmad steht auf Rang 120 der Junioren-Weltrangliste und trainiert bei McEnroe
Izyan Ahmad darf tatsächlich in der Qualifikation für das bedeutendste Masters-Turnier der Tour, in Indian Wells, sein Glück versuchen. Izyan wer? Tennis-Fans mögen sich vermutlich an ihn erinnern. An den damals siebenjährigen Jungen, der 2017 mit seiner Frage an einer US-Open-Pressekonferenz mit Roger Federer (44) für Gelächter sorgte – und damit viral ging.
«Können Sie bitte noch acht, neun Jahre weiterspielen, damit ich gegen Sie spielen kann, wenn ich Profi bin?», meinte der Bub mit Übernamen «Zizou», worauf Federer mit einem Schmunzeln antwortete: «Wenn du Profi wirst, kehre ich für dich auf die Tour zurück.» Der Kleine hakte direkt nach und wollte wissen, ob dies ein Versprechen sei. Federer zögerte etwas und sagte schliesslich: «Ein ‹Pinky Promise›.» Ein Indianer-Ehrenwort, sozusagen.
«Der beste Tag meines Lebens»
Nun, zu dieser Geschichte gehört auch jene Episode fünf Jahre später, als Ahmad unter dem Vorwand, ein paar Spezialtrainings absolvieren zu dürfen, nach Zürich eingeladen wurde. «Zizou» war damals die Nummer eins der U12-Junioren in den USA und wurde auf der Anlage der Tennis Sektion Grasshopper Club Zürich behandelt wie ein Superstar, woraufhin er schon da meinte: «Das ist der beste Tag meines Lebens.» Doch dann, natürlich, trat auch noch Federer höchstpersönlich aufs Tapet und lud ihn zum Bälleschlagen ein. Das Versprechen war eingelöst, eingefädelt als clevere Marketing-Aktion von Federers Sponsor «Barilla». Und wieder machte der Clip dazu weltweit die Runde.
Er trainiert bei McEnroe
Und jetzt? Mittlerweile ist Ahmad 15 und gehört immer noch zu den aufstrebenden Tennis-Talenten der USA. Vergangenen November gab er in Orlando sein Profidebüt im Doppel. Im Einzel stellt die Indian-Wells-Quali, in der er heute Abend dank einer Wildcard auf den Argentinier Thiago Agustin Tirante (24, ATP 74) trifft, seine grosse Premiere dar. Auf einen Schlag auf die nach den Grand Slams grösste Bühne im Welttennis?
Das macht tatsächlich den Anschein einer weiteren PR-Aktion, zumal der Blick auf die aktuelle Juniorenrangliste zeigt, dass eigentlich noch viele andere Amerikaner vor ihm stünden und Ahmad selbst momentan Position 120 belegt. Dennoch ist dem in New Jersey wohnhaften Tennis-Teenie sein Talent nicht abzusprechen. Er trainiert seit dem Alter von sechs Jahren in der Akademie von US-Legende John McEnroe (67) auf Randall’s Island und ist dort zu einem reflektierten Spieler herangewachsen.
In Indian Wells sagt er: «Ich weiss, dass diese Einladung wohl 90 Prozent Glück war. Doch ich finde, für die anderen zehn Prozent habe ich genug getan, damit das Turnier an mich gedacht hat. Ich werde versuchen, das Beste aus dieser Erfahrung herauszuholen.» So wie er es seit der witzigen Pressekonferenz vor achteinhalb Jahren auch schon getan hat.