Darum gehts
- Destanee Aiava beendet mit 25 Jahren ihre Tenniskarriere
- Sie bezeichnet Tennis als «toxischen Freund»
- Seit 2017 erspielte sie über eine Million Franken an Preisgeldern
Bereits im jungen Alter von 25 Jahren beendet Destanee Aiava ihre Karriere im Profitennis. Am Sonntagabend hat die Australierin mit samoanischen Wurzeln bekannt gegeben, dass sie genug hat. Dabei teilte Aiava, die zwischenzeitlich mal unter den Top 150 der Welt war, heftig gegen die Tenniswelt aus.
«2026 wird mein letztes Jahr auf der Tour als Profi-Tennisspielerin sein», beginnt die 25-Jährige ihren Instagram-Post noch harmlos. «Ich habe mich oft gefragt, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich nicht für Tennis entschieden hätte. Und ob alles, was ich für diesen Sport geopfert habe, es tatsächlich wert war.» Dann holt die Australierin, die seit 2017 auf der Tour der Frauen spielt und dabei insgesamt über eine Million Franken an Preisgeld eingespielt hat, zum Rundumschlag aus.
«Tennis war mein toxischer Freund»
Aiava deutet in ihrem Post darauf hin, mit 17 Jahren kurz vor ihrem Durchbruch «den falschen Leuten» vertraut zu haben, was ihren Karriereverlauf negativ beeinflusst habe. Dabei führt die Athletin ihre Aussage nicht aus und lässt Raum für Spekulationen.
Sie erklärt aber: «Manchmal habe ich weitergespielt, weil ich das Gefühl hatte, dass ich es denen schuldig war, die mir in meiner Karriere geholfen hatten.» Darüber hinaus gibt Aiava Langeweile, aber auch die Angst vor einem Neuanfang als ihren Antrieb für den Sport an. Die zwischenzeitlich 147. der Weltrangliste kommt zur Erkenntnis: «Tennis war mein toxischer Freund.»
Mehrmals wählt Aiava das F-Wort gegenüber dem Wetter, Hatern auf Social Media – und dem Sport, «der sich hinter sogenannten Klassen- und Gentleman-Werten versteckt». Dann wird sie deutlich: «Hinter den weissen Outfits und Traditionen verbirgt sich eine Kultur, die rassistisch, frauenfeindlich, homophob und feindselig gegenüber allen ist, die nicht in ihr Schema passen.»
Die junge Australierin weiss noch nicht, wie ihr nächster Lebensabschnitt aussehen wird und welche Rolle der Tennissport dabei spielt. Sie kommt aber zum Schluss, dass sie sich auf die Zukunft freut. Die Verantwortlichen der Frauen-Tour WTA haben sich bisher nicht zu Aiavas Post geäussert.