Odermatt verteilt beim Start noch Autogramme
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Das war der Lauf in Zug:Odermatt verteilt beim Start noch Autogramme

Verrückter Tag für Ski-Star
Erst läuft Odermatt mit Tausenden, dann wird er geehrt

Volles Programm für Marco Odermatt: Der Ski-Star läuft in Zug für den guten Zweck und wird in Buochs von seiner Gemeinde geehrt. Zeit zum Durchatmen? Fehlanzeige!
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Für Marco Odermatt ist der Wings for Life Run in Zug am Sonntag nur der erste Termin.
Foto: Dean Treml for Wings for Life World Run

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marco Odermatt läuft in Zug und wird später in Buochs geehrt
  • Trotz vollem Terminplan bleibt Training für Odermatt oberste Priorität
  • 8000 Läufer sammelten am Wings for Life Run Spenden für Rückenmarksforschung
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Nele BachmannRedaktionelle Mitarbeiterin Sport

Den Sonntag für Erholung nutzen? Nicht mit Gesamtweltcup- und Olympiasieger Marco Odermatt (28). Um 13.00 Uhr startet der Ski-Star in Zug am Wings for Life World Run, gleichzeitig mit den 8000 weiteren Läufern, die mit dabei sind, um für die Rückenmarksforschung Geld zu sammeln. Eigentlich hätte er aber eine halbe Stunde zuvor schon im 50 Kilometer entfernten Buochs NW sein sollen. Wie geht das, ohne sich zwei zu teilen?

«Ich renne hier wahrscheinlich circa fünf Kilometer, also die Startrunde. So, dass ich um halb zwei wieder zurück bin», erklärt Odermatt. Danach geht es direkt weiter nach Buochs. In seiner Heimat werden der Nidwaldner und die anderen Olympioniken aus seinem Kanton geehrt. Damit das dort angepriesene «Torwandschiessen gegen Marco Odermatt» überhaupt stattfinden kann, wäre es schon von Vorteil, wenn er persönlich vor Ort ist. Zeit zum Durchatmen bleibt da kaum.

«Gibt nicht viele Möglichkeiten»

Dass beide Termine ausgerechnet auf denselben Tag fielen, sei jedoch kaum anders möglich gewesen. «Es gibt nicht immer hundert Möglichkeiten», erklärt Odermatt. Nach den Olympischen Spielen habe er bewusst auf einen Empfang während der Saison verzichtet. Danach hätten Ferien, Trainingslager und zahlreiche Verpflichtungen den Kalender zusätzlich blockiert. «Darum war das die einzige Möglichkeit.» Trotz des durchgetakteten Programms kann der Ski-Star dem Tag auch etwas Positives abgewinnen. «Es wird sicher nie langweilig», sagt er lachend.

Dennoch: Erholung sieht anders aus. «Es ist ein Arbeitstag», sagt er offen. Zwar gehöre der Kontakt mit Fans und die Teilnahme an Anlässen mittlerweile zu seinem Alltag, trotzdem koste ein solcher Tag Energie. «Ich kann es einigermassen locker nehmen und natürlich sind an so einem Tag auch sehr viele schöne Momente mit dabei. Doch ein erholsamer Sonntag ist es nicht. Es ist ein Arbeitstag und morgen ist auch wieder ein Arbeitstag.»

Das Training hat Priorität

Denn neben dem Trubel bleibt für den Ski-Star eines zentral: das Training. Schon am Montagmorgen um acht Uhr steht die nächste Einheit auf dem Programm. Am Abend wartet zudem bereits die nächste Verpflichtung in Bern mit dem Empfang der Schweizer Olympia-Medaillengewinner durch den Bundesrat. Das Programm ist im Moment so richtig voll. Und das hat einen guten Grund.

«Das Training hat immer Priorität», betont Odermatt. Deshalb versuche er, möglichst viele Termine in die Frühlingswochen zu packen, bevor die intensive Vorbereitung auf die nächste Saison beginne. «Wenn es wieder richtig streng wird im Training, hat man dafür keine Zeit mehr.»

So wurde dieser Sonntag zum Sinnbild für das Leben des erfolgreichsten Schweizer Skirennfahrers der Gegenwart: Zwischen sportlichen Höchstleistungen, öffentlichen Auftritten und Fan-Nähe bleibt kaum Raum für Ruhe. Odermatt nimmt es gelassen – auch wenn er am Ende des Tages wohl froh sein dürfte, irgendwann doch noch die Füsse hochlegen zu können.

Die Menschen in Zug und Buochs wird dieser besondere Sonntag jedenfalls noch länger begleiten. Vor allem nachdem sogar Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin Odermatts Skills während des Plausch-Penaltyschiessens in Buochs begutachtet hat. Wer weiss, vielleicht liegt nach der Skikarriere noch eine als Fussballer drin?

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