David Jobin (44) ist beim SC Bern eine Legende. Von 1998 bis 2017 hat der ehemalige Verteidiger 932-mal das Trikot der Mutzen getragen und mit ihnen fünf Meistertitel gefeiert. Geld hat es dafür vom Klub keines gegeben, dafür Erinnerungsstücke.
Neben einem Ring hat Jobin vier spezielle Uhren bekommen. Von den Uhren ist nur noch eine in seinem Besitz. Denn vor anderthalb Monaten wurde beim Ex-Eishockeyprofi eingebrochen. Die Diebe haben neben den drei Uhren auch Elektronik mitgehen lassen. Ein Schock für Jobin.
«Nachts schlafe ich nun mit einem Baseballschläger neben dem Bett», verrät er gegenüber der «Berner Zeitung». Auch wenn er ergänzt, dass er keine Angst habe, denn «es gibt nichts mehr zu holen». Beim Heimkommen war die Tür zwischen Garage und Wohnbereich offen. Jobin dachte zuerst, dass er schlichtweg vergessen hatte, abzuschliessen. Doch dann zeigte sich ihm das ganze Ausmass mit Glasscherben und ausgeräumten Schränken. «Bis heute habe ich diese Bilder im Kopf», sagt er.
Der Verlust der Uhren schmerzt besonders, sind sie doch besondere Erinnerungsstücke. Nur die Meisteruhr von 2010 bleibt ihm – diese hat er am Tag des Einbruchs am Handgelenk getragen. Noch mehr belastet Jobin allerdings etwas anderes: Das Wissen, dass Fremde in seiner Privatsphäre gewühlt haben.
Tief getroffen von Brandkatastrophe
Nicht nur der Einbruch beschäftigt Jobin, sondern auch die Brandkatastrophe in Crans-Montana VS. Unter den Schwerverletzten ist die Tochter eines guten Freundes. «Das hat mich tief getroffen», meint Jobin. «Als Vater von zwei Töchtern wird einem da schonungslos vor Augen geführt, wie schnell sich alles ändern kann.»
Dem Eishockey hat er nach dem Karriereende 2017 den Rücken gekehrt – obwohl er beim SC Bern hätte bleiben können. Er verzichtete auf diese Lösung, hatte stattdessen andere Ziele. Noch während seiner Aktivzeit liess er sich zum Immobilienbewerter ausbilden und hat nun eine Immobilien-Tauschplattform ins Leben gerufen.