Darum gehts
- Crans-Montana-Abfahrt nach drei Stürzen bei sechs Fahrerinnen abgebrochen
- FIS-Rennchef Gerdol verteidigt Entscheidung, einige Coaches üben Kritik
- Ersatzrennen am 6. März in Val di Fassa, Italien
Drei Stürze, dann der Abbruch. Aber: Hätte die Abfahrt in Crans-Montana wirklich abgesagt werden müssen? FIS-Rennchef Peter Gerdol: «Ja. Denn nicht nur die gestürzten Fahrerinnen hatten Mühe, sondern auch die drei, die das Ziel erreicht haben. Wir verloren 50 Minuten und erhielten die Meldung, dass danach das Wetter noch schlechter würde. Es war die richtige Entscheidung.»
Dem widersprechen bei der Mannschaftsführersitzung mehrere Coaches. Zwei äussern ihre Kritik öffentlich. Der Schweizer Cheftrainer Beat Tschuor: «Der Abbruch war die komplett falsche Entscheidung. Genau in diesen 45 Minuten danach hatten wir eine sehr gute Sicht. Ich war sehr überrascht.» Auch Deutschlands Andy Puelacher findet: «Dieses Rennen hätte auf jeden Fall weitergeführt werden müssen.»
Gerdol nimmt die Einwände entgegen, sagt aber klipp und klar: «Ich stimme nicht zu. Im letzten Sektor war die Sicht schlecht.»
Kritik an der Kurssetzung
Neben dem Wetter ärgert Tschuor auch die Kurssetzung im Zielhang. Bereits im Training verpassten viele Athletinnen hier ein Tor. «Man hätte ohne Mühe umstecken können, um etwas mehr Platz zu lassen.» Die Norwegerin Marte Monsen (26) stürzte genau dort schwer.
Und dann ist da noch Paul Kristofic. Der US-Chef musste miterleben, wie Lindsey Vonn im Fuchsloch in die Netze flog. Er kritisiert die Piste nicht, sagt aber: «Bei der Landung des Sprungs hätte man mit mehr Farbe arbeiten können, damit die Athletinnen einen besseren Anhaltspunkt haben.»
Ein Ersatzort für die abgebrochene Abfahrt gibt es schon: Val di Fassa (It). Dort dürfte am 6. März neu ein drittes Speed-Rennen hinzugefügt werden.