Interpol fahndet nach ihm
Kroatiens Ex-Ski-Boss soll Verband um 30 Millionen betrogen haben

Schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Direktor der kroatischen Ski-Nationalmannschaft. Der dreifache Olympia-Teilnehmer Vedran Pavlek wird wegen Korruptionsvorwürfen von Interpol gesucht.
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Korruptionsskandal in Kroatiens Skiverband: Ex-Direktor Vedran Pavlek wird von Interpol gesucht.
Foto: Getty Images
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Carlo SteinerRedaktor Sport

Der kroatische Skiverband (Hrvatski Skijaski Savez) wird von einem Korruptionsskandal erschüttert. Der langjährige Direktor des Nationalteams, Vedran Pavlek (52), soll den Verband in den letzten zehn Jahren um mindestens 30 Millionen Euro betrogen haben. Die Rede ist von einem kriminellen Netzwerk zur Verteilung des vom Verband abgezwackten Geldes. 

Die kroatische Behörde zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (USKOK) hat Ende März eine Untersuchung gegen den ehemaligen Skirennfahrer eingeleitet. Die Polizei hat zudem einen Interpol-Haftbefehl gegen Pavlek herausgegeben.

Denn der bis März mächtigste Mann im kroatischen Skisport befindet sich laut übereinstimmenden Medienberichten in Istanbul, wo er von der Polizei lokalisiert, aber noch nicht festgenommen worden ist. 

Kroatien arbeitet an Auslieferung

«Es wird an einer juristischen Zusammenarbeit gearbeitet, die Untersuchungshaft wurde bereits angeordnet. Die türkische Regierung wird weitere Schritte unternehmen. Das heisst, eine Auslieferung wird folgen», wird der höchste Polizeidirektor Kroatiens, Nikola Milina, von Dnevnik.hr zitiert. Drei von Pavleks Mitarbeitern befinden sich bereits in Untersuchungshaft. 

Index.hr berichtete, dass Pavlek nach den Olympischen Spielen in Cortina statt in die Heimat nach Dubai und von dort via Moskau nach Istanbul weitergereist sei. «Interessanterweise befindet sich gerade in Moskau eine der Firmen, auf deren Konto Mittel des Skiverbands ausbezahlt wurden», erklärt das Portal. Als in Kroatien die Vorwürfe publik geworden waren, gab der dreifache Olympia-Teilnehmer (1992, 1994 und 1998) aus dem Exil seinen Rücktritt. Er bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Seine Anwältin behauptet, der Beschuldigte befinde sich in den Ferien, von einer Flucht könne nicht die Rede sein. Zudem hat sie eine Klage gegen die angeordnete Untersuchungshaft angekündigt, da keine Gefahr einer Wiederholungstat oder Einflussnahme auf Zeugen bestehe. 

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