«Halbierungsinitiative schadet»
Sport-Bosse schlagen wegen drohendem SRG-Sparhammer Alarm

Schweizer Sportverbände warnen vor der SRG-Halbierungsinitiative. Sie befürchten, dass eine Kürzung der SRG-Gelder den Sport, insbesondere Randsportarten, stark beeinträchtigen würde. Am 8. März stimmt die Schweiz über die Initiative ab.
Kommentieren
1/5
Sorgen wegen der SRG-Halbierungsinitiative: Fabio Corti vom Turnverband, Ruth Metzler-Arnold von Swiss Olympic und Peter Knäbel vom SFV mobilisieren für den Abstimmungskampf.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Sportverbände warnen vor SRG-Halbierungsinitiative
  • Randsportarten könnten bei Annahme der Initiative weniger TV-Präsenz erhalten
  • SRG sendet jährlich rund 9000 Stunden Sport
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_1046.JPG
Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Es muss sich um ein Thema von ganz besonderer Dringlichkeit handeln, wenn die Vertreter von fünf völlig unterschiedlichen Verbänden plus Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold gemeinsam auftreten.

Was verbindet Swiss Olympic, die Fussballer vom SFV, die Turnerschaft vom STV, den Basketballverband, Swiss Paralympic sowie Swiss Top-Sport, den Zusammenschluss der 21 grössten Sportveranstaltungen im Land? Es ist die SRG-Halbierungsinitiative, über die am 8. März in der Schweiz abgestimmt wird. Am Medientermin in Bern machen die Sportvertreterinnen und -vertreter klar: Diese Initiative schadet dem Sport – die Verbände stellen sich geschlossen dagegen.

«Die Athletinnen und Athleten verlieren ihre Bühne»

Der Tenor? Würde der SRG der Hahn zugedreht, werden der dann nötige Sparkurs auch den Sport heftig treffen. Vor allem Randsportarten, wie zum Beispiel an diesem Wochenende das Unihockey-Märchen rund um die Schweizer Weltmeisterinnen, wären akut bedroht, künftig nicht mehr so oft wie bisher im Fernsehen stattfinden zu können.

«Für Verbände, Vereine und vor allem für die Sportlerinnen und Sportler ist die Präsenz auf den Kanälen der SRG entscheidend», sagt Metzler-Arnold, «sie erhalten schweizweit Aufmerksamkeit und sind dadurch für Sponsoring und Partnerschaften interessant. Wird die SRG halbiert, verlieren unsere Athletinnen und Athleten ihre Bühne und ihr Publikum.»

Auf den SRG-Kanälen wird aktuell pro Jahr rund 9000 Stunden Sport gesendet. Darunter sind Publikums-Hits wie Skirennen, Schwingen, Fussball aller Art, Leichtathletik und die Eishockey-WM. Doch gemäss Medienmitteilung entfällt mehr als die Hälfte auf Sportarten ausserhalb des medialen Rampenlichts. Also auf Sparten wie Basketball, Langlauf, Bob, Rudern, Töff, Turnen, Volleyball, Para-Sport und so weiter. Dass Randsportarten derart prominent im TV zu sehen sind, sei europaweit einzigartig.

Können private Sender einspringen?

Deshalb warnt der Schweizer Sport eindringlich vor einem Ja an der Urne. Metzler-Arnold: «Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder, die sie im Fernsehen sehen. Wenn diese Bilder verschwinden, verliert der Sport seine Zugkraft. Die Halbierungsinitiative trifft damit das Herz der Schweizer Sportförderung.» STV-Boss Fabio Corti befürchtet: «Private Sender können diese Breite nicht abdecken.»

Die sogenannte SRG-Halbierungsinitiative will die Haushaltsabgabe für Radio und Fernsehen von heute 335 Franken auf 200 Franken senken. Für die Vertreterinnen und Vertreter des Schweizers Sport ist diese Frage so wichtig, dass sie sich jetzt aktiv als Player in den Abstimmungskampf einschalten.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen