Seit Wochen bläst FIS-Boss Johan Eliasch ein rauer Wind ins Gesicht. Den vorläufigen Höhepunkt im Ski-Zoff macht Blick am Freitag publik: Die grossen Ski-Nationen drohen mit dem Weltcup-Rückzug der Traditionsrennen wie Wengen, Adelboden oder Kitzbühel, sollte Eliasch am FIS-Kongress im serbischen Belgrad als Präsident wiedergewählt werden.
Hauptkritikpunkt am schwedisch-britischen Milliardär ist der finanzielle Zustand des Welt-Skiverbands. «Wenn wir so weitermachen, fahren wir mit 180 km/h gegen eine Wand», sagt Swiss-Ski-Co-CEO Diego Züger. Und was macht Eliasch? Er schlägt alle Warnungen in den Wind und stellt auf stur.
Strukturelles Defizit der FIS
Eliasch ist so uneinsichtig, dass ihm Christian Scherer, Generalsekretär des Österreichischen Skiverbands, die finanzielle Schieflage noch einmal aufzeigt. «Das FIS-Budget weist für den Winter 2026/27 ein strukturelles Defizit von 5,7 Millionen Franken aus», rechnet Scherer in einem E-Mail an Eliasch vor.
«Unter der alten Führung war es der FIS möglich, ihre Mitglieder zu unterstützen, ohne ihre finanzielle Stabilität zu riskieren», schreibt Scherer weiter. «Mit dem vorgeschlagenen Budget erzielt die FIS mit ihren Aktivitäten aber kein Plus mehr.»
Dann wendet sich Scherer direkt an Eliasch: «Johan, als Präsident forderst du von den Mitgliedern, deiner Strategie, deinen Visionen und deiner Führungsqualität zu vertrauen. Das geht aber nur, wenn wir die Realität gleichermassen verstehen.» Dies ist offenbar nicht der Fall, wie der Österreicher erklärt: «Die wichtigste Frage ist nicht, wie wir mit dem Defizit umgehen. Sondern, ob wir alle einsehen, dass ein Defizit existiert.»
Es ist nicht anzunehmen, dass beide Parteien die Frage bis zum Wahl-Showdown von nächster Woche mit Ja beantworten.