Dieser Traumlauf von Nef sichert ihm und von Allmen Gold
0:31
Eine Sekunde Vorsprung:Dieser Traumlauf von Nef sichert ihm und von Allmen Gold

Die Aufstellung hat für Diskussionen gesorgt
Odermatt stellte vor der Schweizer Gala in der Team-Kombi bei Meillard die Vertrauensfrage

Nach dem Dreifach-Triumph bei der letzten WM fahren die Schweizer Alpin-Helden bei den Olympischen Spielen einen Doppelsieg ein. Marco Odermatt wartet bereits vor dem Rennen mit einer aussergewöhnlichen Aktion auf.
Kommentieren
1/5
Nachdem sich Franjo von Allmen in der Abfahrt der Team-Kombination einen Rückstand von einer halben Sekunde eingehandelt hat ...
Foto: imago/Kyodo News

Darum gehts

  • Schweiz gewinnt Gold und Silber in Team-Kombination bei Olympia 2026
  • Tanguy Nef fährt Laufbestzeit und sichert Gold mit von Allmen
  • Odermatt in Abfahrt 14 Hundertstel schneller als Franjo, Monney Zweiter
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_1182 (1).JPG
Marcel W. PerrenSki-Reporter

Atomic-Rennchef Christian Höflehner reagiert überrascht, als er die Mannschaftsaufstellung der Schweizer sieht. «Nachdem von Allmen in überzeugender Manier Abfahrts-Olympiasieger geworden ist, bin ich davon ausgegangen, dass er nun mit dem stärksten Schweizer Slalomfahrer Loïc Meillard ein Duo in der Kombi bilden kann.» Der Schweizer Männer-Chef Tom Stauffer hat jedoch bereits früh klar gemacht, dass er die Teams in dieser neuen Sparte nicht nach den Ergebnissen in der Olympia-Abfahrt, sondern aufgrund der aktuellen Weltrangliste zusammenstellen würde.

Und weil Odermatt in der aktuellen Abfahrtsweltrangliste vor von Allmen liegt, hat er eben den Nidwaldner mit Slalom-Weltmeister Meillard «gepaart». Doch Swiss Ski-Sport CEO Walter Reusser verrät im Gespräch mit Blick, «dass Odermatt nach seinem vierten Rang in der Abfahrt bei Meillard die Vertrauensfrage gestellt hat. Wenn Loïc gesagt hätte, dass er lieber mit von Allmen fahren würde, wäre Marco zurückgestanden. Das zeigt einmal mehr, was für ein sensationeller Team-Player Odi ist und wie gut der Spirit in unserer Mannschaft ist.»

Nef gelingt der Lauf seines Lebens!

Und bei Halbzeit der Team-Kombination diskutiert kaum jemand mehr darüber, warum bei der Team-Aufstellung Odermatt und nicht von Allmen die erste Wahl war. Der vierfache Gesamtweltcupsieger ist in der Abfahrt 14 Hundertstel schneller als Franjo. Ein Schweizer ist aber noch besser klassiert – der Freiburger Alexis Monney muss sich als Zweiter nur dem Italiener Giovanni Franzoni geschlagen geben. Monneys Partner Daniel Yule kann diese super Ausgangslage im Slalom allerdings nicht nutzen und fällt stattdessen auf den 13. Rang zurück.

Dafür gelingt Tanguy Nef der Lauf seines Lebens! Der 29-jährige Genfer, der im Weltcup noch nie besser als Vierter war, fährt Laufbestzeit und setzt sich damit vor den Österreichern Feller/Kriechmayr an die Spitze. Loïc Meillard verliert unmittelbar danach fast eine Sekunde auf Nef. Damit liegt das Duo Meillard/Odermatt ex aequo mit den Österreichern auf dem zweiten Rang, bevor Franzonis Partner Alex Vinatzer ins Rennen geht. Weil der Südtiroler nie richtig in Schwung kommt und auf den siebten Rang zurückfällt, bricht im Schweizer Lager grenzenloser Jubel aus: Gold für Nef/von Allmen, Silber für Odermatt/Meillard!

«Das klingt verrückt!»

Während von Allmen bei Welttitelkämpfen bereits zum vierten Mal triumphiert, ist es für Nef nach der Silbermedaille in der WM-Team-Kombi in Saalbach die erste goldene Auszeichnung. «Wenn ich höre, dass ich jetzt Olympiasieger bin, klingt das wirklich verrückt», gesteht der Romand mit Appenzeller-Wurzeln und legt nach: «Ich habe mein ganzes Leben auf einen solchen Moment hingearbeitet. Und vor diesem Rennen habe ich mich mit Franjo auf das Motto «alles oder nichts» geeinigt. Und genau so bin ich im Slalom zu Werke gegangen.»

Ein entsprechend grosses Lob bekommt Nef von seinem genialen Partner von Allmen: «Nachdem wir nach meiner Abfahrt mit einer halben Sekunde im Hintertreffen lagen, hat Tanguy mit seinem sensationellen Slalom dafür gesorgt, dass wir im Schlussklassement vorne liegen. Hut ab, für diese grandiose Leistung, Tanguy!»

Freude herrscht aber auch im Schweizer-Silberteam. «Diese Medaille gibt mir viel Selbstvertrauen im Hinblick auf den Super-G und den Riesenslalom, ich bin heute besser gefahren als in der Spezialabfahrt am Samstag», sagt Odermatt mit einem breiten Grinsen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen