Dieser Traumlauf von Nef sichert ihm und von Allmen Gold
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Eine Sekunde Vorsprung:Dieser Traumlauf von Nef sichert ihm und von Allmen Gold

Von Allmen und Nef über Gold-Coup
«Wir hatten einen guten Plan: All or Nefing!»

Zweite Goldmedaille für Franjo von Allmen. Er weiss, dass Tanguy Nef massgeblich zum Triumph beigetragen hat. Das sind die Stimmen zur Team-Kombi gegenüber SRF.
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Tanguy Nef (l.) und Franjo von Allmen sind Olympia-Sieger in der Team-Kombi!
Foto: Getty Images
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Ramona BieriRedaktorin Sport

Nach dem Slalom

Tanguy Nef: «Verrückt. Das habe ich nicht erwartet. Wir wussten schon, dass wir ein starkes Team sind. Aber dann musst du Skifahren und es kann viel passieren. Heute waren viele Emotionen dabei – es war mein erstes Olympiarennen. Am Start dachte ich, dass ich einfach mein Bestes gebe. Und das hat geklappt. Alles hat gut funktioniert. Mit Franjo hatten wir einen guten Plan: All or Nefing (statt «All or Nothing, dt. «Alles oder nichts»). Und diesen Plan haben wir umgesetzt, haben beide alles gegeben. Der Event ist cool, wir sind es nicht gewohnt, für jemand anderes zu fahren. Ich glaube, ich habe mein ganzes Leben für diesen Moment gearbeitet. Ich fühle mich sehr gut. Die Piste ist einfach und da fahre ich ein bisschen fein und präzise, das ist schnell.»

Franjo von Allmen: «Ich hatte noch selten so weiche Knie wie während Tanguys Fahrt. Es war unglaublich, es sah so einfach aus, wie er runtergefahren ist. Es ist ja nicht so, dass er nur eine Sekunde vorausgefahren ist, er musste auch noch eine halbe Sekunde von mir wettmachen. Hut ab, er hat die unglaubliche Leistung gebracht. Bei mir kamen am Schluss der Strecke leider die müden Beine dazu. Das Entscheidende hat Tanguy geliefert.»

Marco Odermatt: «Die Medaille hat schon eine schöne Bedeutung. Vor allem nach Platz vier in der Abfahrt, als zum Podest nur wenig fehlte. Nun haben wir das Glück wieder aufgebraucht und hatten die Hundertstel definitiv auf unserer Seite. Ansonsten sind wir im Riesenslalom immer ein bisschen Rivalen, kämpfen um die Topplätze. Das nun zusammen zu erleben, ist wirklich schön. Die Vorfreude war richtig schön, aber ich habe schon gelitten, Als er gefahren ist, ging es noch einigermassen. In der Minute davor war es schlimmer.»

Loïc Meillard: «Wir wollen sie nicht verlieren, deshalb habe ich die Medaille in der Jackentasche. Wir haben gesehen, bei den Frauen ist es gefährlich gewesen (Breeze Johnson ist sie vom Band gefallen, Anm.d.Red.) Der Teamkollege fährt schon ein bisschen mit. Der Druck und der Stress sind grösser du willst für den anderen fahren und leifern. Der hang ist wie er ist. Ich bin nicht gut gefahren. aber wenn es gut gesteckt ist, kann es auch schön sein.

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Nach der Abfahrt

Alexis Monney: «Ich bin zufrieden. Nach der Abfahrt am Samstag war ich traurig und enttäuscht. Nun habe ich gezeigt, dass ich es da schon hätte besser machen können. Das macht mich froh. Abgesehen vom Fehler oben habe ich alles gut getroffen. Ich bin zufrieden. Ich weiss noch nicht, ob ich Daniel Yule vor dem Slalom noch sehe. Wir haben uns am Sonntag gesagt, dass wir alles geben, was wir können. Das habe ich erfüllt. Für mich kommt jetzt der schwerste Teil: das Warten im Ziel.»

Marco Odermatt: «Ich glaube das war eine Versöhnung mit der Stelvio. Es war gutes Skifahren, ich habe meine Erkenntnisse gezogen und konnte ein paar Anpassungen machen. Am Samstag wollte ich es zu gut machen, bin zu sehr auf der Linie geklebt, habe meine qualitäten nicht ausgesipelt. Das hab ich nun definitiv gemacht. Ich durfte schon so viel Schönes erleben, das Leben geht nach der Enttäuschung weiter. Anderen athleten gehts öfter so als mir. Mit ein bisschen Abstand am Abend, als ich ein Bier mit Franjo trinken konnte, da war das dann abgehakt. Ich bin nur schon nervös, wenn ich daheim auf dem Sofa einen Slalom schaue und es nicht um mich geht. Ich glaube, das wird ein strenger Nachmittag.»

Franjo von Allmen: «Zuschauen ist schlimmer als am Start stehen. Da fahr ich lieber selber Ski – also nicht unbedingt den Slalom. Ich lasse Tanguy in Ruhe, er soll sein Ding machen. Und hoffentlich eine Medaille holen und meinen Fehler korrigiern. Ich habs aber schlimmer erwartet als ich ins Ziel gekommen bin. Die Piste war härter, eisiger und glasiger, ich bin nicht so zentral über dem Ski gestanden wie am Samstag.»

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