Constantin über «Naturkraft» Collombin (†75)
«Er war für uns, was Maradona für Argentinien ist»

Sion-Präsident Christian Constantin hatte zum verstorbenen Roland Collombin (†75) ein spezielles Verhältnis. Seit 15 Jahren sind CC und Collombin-Tochter Emma ein Paar. Eine Liaison, die Collombin zu Beginn gar nicht goutierte.
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Roland Collombin (l.) und Christian Constantin vor drei Jahren in Kitzbühel.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

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  • Sion-Präsident Christian Constantin über seinen Jugendhelden und Freund Roland Collombin
  • Collombin zeigte Talent im Skisport und im Radsport, entschied sich fürs Skifahren
  • Collombin am Freitag verstorben, Beerdigung findet am 16. Juli in Le Châble statt
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Alain KunzReporter Fussball

15 Jahre ist es nun her, dass sich Sion-Präsident Christian Constantin (69) und Emma Collombin (38), die Tochter der am Freitag verstorbenen Skilegende Roland Collombin (†75), näherkamen. Eine Liaison, die der sechs Jahre ältere Collombin anfänglich so gar nicht goutierte. Noch zwei Jahre später liess sich CC mit den Worten zitieren: «Wenn Emma und ich ein Paar wären, würde mich Roland umbringen!» Denn der Mann aus dem Val de Bagnes hatte zuvor gedroht: «Ich hoffe, dass sie wirklich bloss gute Freunde sind.»

Nun, sie waren mehr als gute Freunde, wie die Geschichte offenbaren sollte. Wie auch Constantin und Roland Collombin wieder nach einer Weile. «Roland war zu Beginn schon etwas verärgert über unser Verhältnis. 30 Jahre Unterschied erschienen ihm zu viel. Aber das legte sich mit der Zeit und wir konnten wieder als Freunde lachen.»

Apropos Emma. Constantin: «Sie hat sich extrem um ihren Vater gekümmert, als der Krebs schlimmer wurde. Bis auch sie einsehen musste, dass er diesen Gegner nicht besiegen konnte. Im Gegensatz zu all jenen auf der Skipiste.»

Aber nicht nur! Wer weiss noch, dass Collombin ebenso viel Talent auf dem Rad hatte wie auf dem Schnee? CC erzählt: «Ich lernte ihn als kleinen Jungen erstmals kennen, als mein Grossvater Präsident des Veloklubs Excelsior in Martigny war. Er war einer der besten Kollegen von Rolands Vater Maurice, die gemeinsam Rennen organisierten.» Damals suchte Oscar Plattner, der Radsport-Professor, Nachwuchstalente, welche an den Olympischen Spielen dereinst Medaillen gewinnen sollten. So wie es Robert Dill-Bundi 1980 in Moskau schaffen sollte. «Roland war über den Kilometer der Schnellste. Er hätte es packen können. Doch er liebte den Skisport eben ein bisschen mehr. Doch als kleiner Junge lernte ich ihn als Velorennfahrer kennen.»

«Der Lausbube und Lebemann»

Für Constantin war Collombin ein Instinktfahrer, wie es nur wenige gab. «Das war pures Talent und Gespür – eine Naturkraft! Und er hatte den perfekten Körper für aerodynamische Sportarten», erinnert sich der Sion-Präsident. «Deshalb war er auch auf dem Velo schnell. Aber im Schnee kam hinzu, dass er so gut gleiten konnte wie kein zweiter. Und so gewann keiner in seinem jungen Alter derart viel wie er.»

Im Wallis wurde er damals vergöttert. «Er war für uns, was Maradona für Argentinien ist. Ich war 15, als er Olympiasilber holte. Und natürlich ein grosser Fan. Wie wir alle hier.» Klar, das Wallis kannte zahlreiche weitere grosse bis ganz grosse Skifahrer. Aber keiner, so CC, sei so gewesen wie Roland. «Bernhard Russi, sein ewiger Rivale, war der Seriöse, Collombin der Lausbube und Lebemann. Und er war sehr heimatverbunden. So sagte er uns, dass er zu Hause in seinem Haus in Versegères sterben wolle.» So kam es am letzten Freitag.

Am Donnerstag nimmt das Wallis in der Kirche von Le Châble Abschied von einem seiner grossen Helden. «Und auch da hat Roland Regie geführt», erzählt Constantin. «Adolf Ogi wird nach seinem letzten Willen die Würdigung vornehmen. Und nach der Beerdigung soll rund um die Kirche ein Fest steigen. So war er eben, der Roland.»

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