Darum gehts
- Lara Gut-Behrami steht nach schwerem Trainingssturz vor langwierigem Reha-Prozess
- Rückkehr nach Verletzungen im Spitzenalter ist äusserst schwierig
- Lindsey Vonn feierte mit 41 Jahren beachtliches Comeback im Ski-Weltcup
Lara Gut-Behrami (34) steht nach ihrem Trainingssturz und der mittlerweile bestätigten, schweren Knieverletzung vor einem langwierigen Reha-Prozess. Einer, der Athletinnen und Athleten jeglichen Alters vor eine körperliche Herausforderung stellt. Bei Gut-Behrami, die für diese Saison eigentlich die Abschiedstournee angekündigt hatte, ist der Fall jedoch verzwickter. Sollte sie sich dazu entscheiden, ihr Karriereende aufzuschieben und nach ihrer Genesung nochmals voll anzugreifen, würde sie dies im Alter von 35 Jahren tun.
Dazu muss man wissen: Die Anzahl an Fahrerinnen über 30, die im Weltcup regelmässig zum Einsatz gelangen, ist nicht wahnsinnig gross. Und die Ski-Geschichte zeigt zudem, dass wenn sich Top-Athletinnen spät in ihrer Laufbahn schwer verletzen, eine wirklich erfolgreiche Rückkehr höchst ungewiss ist. Respektive: Äusserst schwierig umsetzbar.
Die Speed-Spitzenfahrerin Elena Curtoni (34) oder die zweifache Abfahrtsweltmeisterin Ilka Stuhec (35) etwa taten sich nach Verletzungsrückschlägen schwer, zur alten Stärke zu finden. Die Schweizer Legende Sonja Nef (53) zog sich im Alter von 30 Jahren einen (weiteren) Kreuzbandriss zu – und kam danach nie mehr gleich zurück. Alexandra Meissnitzer wurde als 33-Jährige noch Olympia-Dritte in Turin, allerdings erlitt sie ihren Kreuzbandriss schon mit 26.
Offen ist der Verlauf bei der slowakischen Super-Technikerin Petra Vlhova (30), die ebenfalls nach einem Riss des Kreuzbandes auf Erfolge in diesem Winter hofft.
Macht sie es wie Vonn – oder noch besser?
Das Beispiel von Lindsey Vonn (41) allerdings darf Gut-Behrami Mut machen. Die Amerikanerin, die in ihrer Karriere 82 Weltcupsiege einfuhr, gab 2024 fünfeinhalb Jahre nach ihrem Rücktritt – mit Knieprothese – ein beachtliches Comeback. Im März dieses Jahres stand sie beim Saisonfinale in Sun Valley als Zweite gar wieder auf dem Super-G-Podest.
Bitter für die Ski-Fans aktuell: Mit der Italienerin Federica Brignone (35) und Gut-Behrami fallen nun gleichzeitig die Gesamtweltcupsiegerinnen der letzten beiden Jahre aus. Brignone erlitt im April einen Schien- und Wadenbeinbruch sowie einen Kreuzbandriss und hofft jetzt auf die Winterspiele in ihrer Heimat. Ob es gerade die beiden Ausnahmekönnerinnen schaffen, nach späten Rückschlägen nochmals ganz gross aufzutrumpfen?