Schweizerinnen ohne Gut-Behrami
Ski-Legende Russi traut Rast die neue Verantwortung zu

Letztes Jahr in Sölden war einmal mehr auf Lara Gut-Behrami Verlass, sie wurde Dritte. Jetzt ist die langjährige Team-Stütze abgetreten. Blick-Kolumnist Bernhard Russi schätzt ein, ob Camille Rast die Rolle der Tessinerin übernehmen kann.
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Camille Rast vor der neuen Saison: Nach dem Rücktritt von Lara Gut-Behrami ist das Technikass fürs Schweizer Team wichtiger denn je.
Foto: Benjamin Soland
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Bernhard RussiBlick-Kolumnist

Es ist kalt. Es schneit. Der Winter ist da! Sölden, der erste Formcheck steht auf dem Programm.

Klar kennen wir die grossen Namen, ihre Fähigkeiten und ihre Ansprüche, die grossen Favoritinnen: Mikaela Shiffrin, Julia Scheib, Alice Robinson, Paula Moltzan – oder, wie wir Schweizer Skifans hoffen, auch Camille Rast. Die Slalom-Weltmeisterin und Zweitbeste in der letztjährigen Riesenslalom-Gesamtwertung.

Lara Gut-Behrami, die jahrelange Lebensversicherung, ist nicht mehr da. Swiss-Ski-Talente, die eine grosse Lücke schliessen könnten, haben sich ab und zu gezeigt und nehmen Anlauf für den grossen Sprung in die Top 10.

Aber bis es so weit ist, trägt Rast vor allem in der Kerndisziplin, dem Riesenslalom, die Verantwortung. Ich bin sicher, dass sie das kann. Schon in Sölden? Camille hat das Potenzial, aus dem Nichts zu explodieren.

Aus dem Nichts voller Fragezeichen. Wie schnell bin ich wirklich? Wie funktioniert das Material? Wo sind die anderen? Und wie viel bin ich bereit, schon zum Auftakt zu riskieren? Die Saison ist lang und am Schluss ist die WM – zu Hause in Crans-Montana!

Bittere Sölden-Statistik von Rast

Rückblickend kann Rast in den Ranglisten keine grossen Bestätigungen finden. 15. und 12. in den letzten zwei Jahren. Der Hang zählt nicht zu ihren Lieblingspisten. Mit der 40. Zeit im flachen Startteil begann sie letztes Jahr und beendete das Rennen mit der 27. Abschnittszeit im letzten, flachen Viertel.

Aber gerade weil Rast nicht die Topfavoritin ist, könnte sie uns und die anderen überraschen. Eigentlich weiss keine der Topfavoritinnen, wo sie genau steht.

Also gilt in Sölden wie immer: «Was man hat, das hat man. Wenn nicht, dann ist noch nichts verloren!»

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