Hattrick am Urner Kantonalen
Sieger Bissig schwingt emotionale Rede über Schlussgang-Gegner

Am Ende setzt sich in Flüelen der Topfavorit durch. Lukas Bissig zeigt nur beim Anschwingen eine kleine Schwäche, danach reiht er fünf souveräne Siege aneinander.
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Carlo SteinerRedaktor Sport
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Lukas Bissig gewinnt zum dritten Mal in Folge das Urner Kantonale.
Foto: keystone-sda.ch

Der Schlussgang

Topfavorit Lukas Bissig (23) krönt sich zum dritten Mal in Serie zum Festsieger am Urner Kantonalschwingfest. Wie schon bei der vorletzten und letzten Ausgabe setzt sich der Lokalmatador im Schlussgang durch. Sein Gegner und Kollege aus dem Schwingklub Attinghausen UR, Michael Zurfluh (27), schwingt sich mehrheitlich abseits der Spitzenpaarungen in die Top-Plätze. Er ist bis zum Schlussgang ungeschlagen (vier Siege, ein Gestellter), geht den stärksten Kontrahenten inklusive der fünf Eidgenossen aber bis zum letzten Gang aus dem Weg. In diesem werden ihm dann die Grenzen aufgezeigt, Bissig gewinnt nach wenigen Sekunden. Somit wird es wie erwartet nichts mit dem ersten Festsieg in Zurfluhs Karriere. Bissig überzeugt bis auf das Anschwingen, in dem er gegen Roman Wandeler stellt, auf ganzer Linie. Es ist nach dem Schwyzer Kantonalen sein zweiter Kranzfestsieg der Saison.

Die Siegerstimme

Bissig: «Ich hatte noch nie so ein spezielles Gefühl vor einem Schlussgang wie heute. Das ist dem zu verdanken, dass wir davor gut gearbeitet haben und darum zusammen im Schlussgang sein konnten. Ich rede von Michael, wir haben es das ganze Jahr wirklich gut zusammen, darum weiss ich nicht, ob ich mich schon so richtig freuen soll oder noch etwas Mitleid haben sollte. Am Ende mussten wir einfach schauen, dass wir den Sieg in eigenen Reihen halten, aber dafür sind wir ja schlau genug. Ich möchte ihm auf jeden Fall Danke sagen, dass wir das unter dem Jahr so zusammen geniessen können und an jedem Schwingfest füreinander da sind. Nach dem Anschwingen war ich nicht zufrieden, aber danach liefs umso besser.»

Die Schlussrangliste

Foto: RMS

Der Titelverteidiger

Vorjahressieger Lukas Bissig gewinnt auch dieses Mal – und zwar zum dritten Mal in Serie. Der letzte Sieger, der nicht Bissig hiess, war der Ende letzter Saison zurückgetretene König Joel Wicki im Jahr 2023.

Die Enttäuschung

Marco Reichmuth (28), der Bruder des am ESAF zurückgetretenen Pirmin Reichmuth, kommt in Uri gar nicht auf Touren. In der letzten Saison feierte er in Zug seinen ersten Kranzfestsieg der Karriere und wurde am ESAF in Mollis zum Eidgenossen. In dieser Saison reichte es am Luzerner und Zuger Kantonalen jeweils nur knapp zu den Kränzen, dieses Mal gelingt auch das nicht. In den Gängen zwei bis vier gibt es gegen die drei Kantonalkranzer, Martin Grab, Marco Schöpfer und Jérôme Rohrbach, eine Niederlage sowie zwei Gestellte. So sind die Kränze bereits ausser Reichweite. Zum fünften und sechsten Gang tritt Reichmuth gar nicht mehr an. Ob es sich um eine Verletzung handelt, ist nicht bekannt.

Die spezielle Dernière

Andy Murer (33) hat mit den Spitzenplätzen nichts zu tun. Dennoch ist er in Flüelen in aller Munde. Denn er ist der Hauptgrund, warum das Fest ausnahmsweise an einem Samstag statt an einem Sonntag stattfindet. So kann der Innerschweizer, der mittlerweile im Wallis wohnt, an beiden seinen Heimfesten sein Karriereende feiern. Am Sonntag geht es für den 25-fachen Kranzgewinner in Naters in den allerletzten Wettkampf der Karriere.

Dass Fronleichnam auf den letzten Donnerstag fiel, kam der Planung zusätzlich entgegen. So konnte der Jungschwingertag dann durchgeführt werden. Und den Festorganisatoren gefällt die Samstags-Lösung ebenfalls, da das Publikum so noch etwas länger vor Ort bleiben dürfte als an einem Sonntag. Auch der einheimische Fabian Bissig (32; 1 Karrierekranz) beendet seine Karriere in Flüelen.

Die Bedingungen

Perfekte Bedingungen am Ufer des Vierwaldstättersees: Beim Anschwingen, das bereits um 7.30 Uhr erfolgt, sind es nur knapp über 10 Grad Celsius. Im Tagesverlauf steigt das Thermometer auf über 20 Grad. Die Sonne zeigt sich immer wieder, doch es sind auch alle froh, dass es nicht so heiss ist, wie zuletzt beispielsweise beim Luzerner Kantonalen.

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