Darum gehts
- Samuel Giger siegt beim Thurgauer Frühlingsschwingfest in Raperswilen
- Ungewöhnliche Bedingungen: Gewitter und Hagel erschweren den Wettkampf
- Wegen einer Rücken-OP startete Giger verspätet in die Saison
Eine solche Unterlage ist selbst für den erfahrenen Samuel Giger (28) etwas Ungewöhnliches. «Das ist tatsächlich eher selten», sagt er nach seinem Sieg am Thurgauer Frühjahresschwingfest in Raperswilen. Kurz vor dem dritten Gang des Unspunnensiegers erwischt eine Gewitterzelle den Festplatz. Nebst heftigem Regen fallen auch Hagelkörner vom Himmel.
Eidgenosse Domenic Schneider (31) kann seinen Kampf gerade noch gewinnen, als der Speaker das Schwingfest unterbricht. Giger versteckt sich unter einem Zelt. «Ich hoffte, dass ich vor dem Gewitter noch kämpfen kann. Aber es kam schneller als wir gedacht haben.»
Kaum hat der Niederschlag aufgehört, wird Giger vom Kampfrichter auf den Platz gebeten. Er stapft in ein Gemisch aus Hagelkörnern und Sägemehl. Giger hat zwar schon bei Schneefall geschwungen, aber noch fast nie inmitten von Hagelkörnern.
Verspäteter Saisonstart
Den aussergewöhnlichen Bedingungen trotzte er aber ebenso wie seinen Gegnern. Einzig Aron Kiser (25) konnte den Modellathleten im fünften Gang richtig fordern. Gegen den vierfachen Kranzgewinner fand Giger bei Sonnenschein kein Erfolgsrezept.
Dass es kurz darauf gegen den gleichen Gegner im Schlussgang nach weniger als einer Minute klappte, änderte nichts daran, dass Giger nach dem Sieg auch kritische Worte wählte. «Perfekt war das heute nicht. Im fünften Gang fehlte mir die Präzision.»
Was nicht weiter überraschen darf. Schliesslich konnte Giger erst im März ins Sägemehltraining einsteigen. Eine Rückenoperation hatte ihn zu einer monatelangen Pause gezwungen. Alles in allem ist Giger deshalb mehr als zufrieden mit seinem Saisonstart.