Wer kennt es nicht, unser liebstes Kinderlied. «S'Ramseiers wei go Grase.» Da heisst es: «Do chunt de alt Ramseier». Und weiter: «Chöit dir nid besser Achtig gä, dir Donners Schnuderigehünd».
Der «alte» Fritz Ramseier (31), kommt allein nach Mollis. Und grast alles ab. Weil seine hochkarätigen Gegner nicht achtsam sind. Und sich vom kleinen Bauern (1,75) aus dem Bernbiet reihenweise die Butter vom Brot nehmen lassen.
Die märchenhafte Geschichte von Fritz Ramseier ist ein Höhepunkt dieser ersten Halbzeit beim Eidgenössischen im Glarnerland. Nicht die Hochkaräter Staudenmann, Moser, Walther oder Aeschbacher bieten den bärenstarken Ostschweizern Paroli. Sondern Fritz Ramseier, der Technische Leiter des Schwingklub Süderen, der bis anhin als farbloser Mittelschwinger galt. Einen Exploit hätte man eher seinem Kumpel und Vereinskollegen Dominik Gasser zugetraut, der vor einem Jahr beim Jubiläumsschwingfest in Appenzell mit seinem dritten Rang für Furore gesorgt hat.
Ramseier wird seinen Meister noch finden
Die Gunst der Stunde nutzt diesmal Ramseier. Und sich, sollte es nicht mit dem Teufel zugehen, auf seine alten Tage noch den Eidgenössischen Kranz sichert. Auch wenn es im Schwingen manchmal schnell in die andere Richtung gehen kann. «Ich bin ohne Druck gekommen und schaue mal, was der Sonntag bringt», sagt er mit Berner Gelassenheit.
Der überraschende Kranzgewinn ist realistisch. An ein Spiel ohne Grenzen für den schlauen Bauern glaubt niemand. Er wird seinen Meister noch finden. Aber zumindest für einen langen Abend und einen spannenden Morgen steht da einer im Rampenlicht, den niemand, gar niemand auf der Rechnung gehabt hat. Obwohl er vor zwei Wochen in einem Schlussgang stand. Beim Frutt-Schwinget, einem Regionalfestchen der bescheidenen Sorte. Den Schlussgang verlor er dort gegen Lars Zaugg.
Ramseier ist ein schwingerischer Spätstarter. Erst in der 7. Klasse kommt er in Kontakt mit dem Sport und findet während einer Projektwoche Gefallen. «Mit meiner Körpergrösse ist es halt nicht ganz einfach», sagt Ramseier. Kommt hinzu, dass ihn die Arbeit auf seinem Bauernhof auf Trab hält. «Aber ich will nicht jammern. Es ist, wie es ist.»
Schwerer Arbeitsunfall
Und Ramseier ist zufrieden, wie es ist. Diese Demut kommt auch daher, dass er vor einigen Jahren dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Ein schwerer Arbeitsunfall mit dem Bagger führte zu lebensbedrohlichen Verletzungen. «Fünf Millimeter neben der Pulsschlagader vorbei», sagt er. Näher möchte er auf dieses dramatische Ereignis gar nicht mehr eingehen.
Weil er nicht jammern mag und weil er sich auch nach weiteren Rückschlägen immer wieder zurückgekämpft hat. Jetzt steht er für einmal im Rampenlicht und hat sich dieses mit seinen beherzten und mutigen Auftritten verdient. Wer als Nichteidgenosse Sven Schurtenberger, Damian Ott und Joel Strebel an einem Tag ins Sägemehl bettet, dem müsste man den Kranz eigentlich schon am Samstagabend überreichen.
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