Darum gehts
- Noè Ponti plant 2028 im gigantischen SoFi Stadium zu schwimmen
- 2024 verpasste Ponti in Paris Bronze um nur 0,03 Sekunden
- Ponti gewann dreimal Kurzbahn-WM-Gold und stellte mehrere Weltrekorde auf
Wenn Noè Ponti (25) an die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 denkt, sieht er nicht einfach ein weiteres olympisches Becken. Er sieht eine Bühne, wie es sie im Schwimmsport kaum je gegeben hat: das SoFi Stadium. Eine gigantische Football-Arena mit Platz für über 70'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, in der der Tessiner in zwei Jahren um olympische Medaillen kämpfen will.
«Als ich davon erfahren habe, dachte ich nur: Das ist crazy!», sagt Ponti. Auch die eben gespielte Fussball-WM fand dort statt. Das Gruppenspiel zwischen der Schweiz und Bosnien (4:1) wurde dort ausgetragen. Der Tessiner schaute es im Fernsehen. Und war begeistert: «Ich werde dort drin schwimmen! Das ist einfach mega geil. Das Adrenalin in so einem Stadion wird riesig sein.»
Die Dimensionen der Anlage beeindrucken ihn. Und er würde die neue Olympia-Bühne gerne schon vorher einmal erleben. Auch Leichtathletik-Ass Simon Ehammer reiste diesen Juni extra nach Kalifornien, um sich sein Olympiastadion bereits anzuschauen. Macht Ponti das auch?
Ort: Centre Aquatique Olympique, Saint-Denis (Paris)
Datum: 10. bis 16. August 2026
Schweizer Aufgebot: 19 Athletinnen und Athleten
Die Schweizer Delegation reist mit grossen Ambitionen an die Langbahn-EM in Paris. Angeführt wird das Team von Noè Ponti und Roman Mityukov, die beide zu den aussichtsreichsten Medaillenkandidaten gehören.
Ponti startet nach einer herausragenden Saison über 100 Meter Delfin mit der zweitbesten europäischen Jahreszeit. Der Tessiner trifft unter anderem auf Frankreichs Topstar Maxime Grousset und den zurückgekehrten Olympiasieger Kristóf Milák. Auch Mityukov zählt über 200 Meter Rücken zu den Favoriten. Der Genfer reist ebenfalls mit der zweitbesten europäischen Jahreszeit an und kehrt an den Ort zurück, an dem er 2024 Olympia-Bronze gewann.
Neben den erfahrenen Aushängeschildern erhält auch der Nachwuchs eine grosse Bühne. Besonders im Fokus steht Kay-Lyn Löhr. Die 17-jährige Brustschwimmerin gewann an den Junioren-Europameisterschaften 2026 Silber über 100 und 200 Meter Brust und feiert in Paris ihr Elite-Debüt bei Titelkämpfen.
Neben den Einzelrennen liegt ein Fokus auf den Staffeln. Mit einer starken Kadertiefe bei den Männern will Swiss Aquatics verschiedene Kombinationen testen und im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wichtige Erfahrungen sammeln.
Ort: Centre Aquatique Olympique, Saint-Denis (Paris)
Datum: 10. bis 16. August 2026
Schweizer Aufgebot: 19 Athletinnen und Athleten
Die Schweizer Delegation reist mit grossen Ambitionen an die Langbahn-EM in Paris. Angeführt wird das Team von Noè Ponti und Roman Mityukov, die beide zu den aussichtsreichsten Medaillenkandidaten gehören.
Ponti startet nach einer herausragenden Saison über 100 Meter Delfin mit der zweitbesten europäischen Jahreszeit. Der Tessiner trifft unter anderem auf Frankreichs Topstar Maxime Grousset und den zurückgekehrten Olympiasieger Kristóf Milák. Auch Mityukov zählt über 200 Meter Rücken zu den Favoriten. Der Genfer reist ebenfalls mit der zweitbesten europäischen Jahreszeit an und kehrt an den Ort zurück, an dem er 2024 Olympia-Bronze gewann.
Neben den erfahrenen Aushängeschildern erhält auch der Nachwuchs eine grosse Bühne. Besonders im Fokus steht Kay-Lyn Löhr. Die 17-jährige Brustschwimmerin gewann an den Junioren-Europameisterschaften 2026 Silber über 100 und 200 Meter Brust und feiert in Paris ihr Elite-Debüt bei Titelkämpfen.
Neben den Einzelrennen liegt ein Fokus auf den Staffeln. Mit einer starken Kadertiefe bei den Männern will Swiss Aquatics verschiedene Kombinationen testen und im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wichtige Erfahrungen sammeln.
Auch Ehammer schaut sich LA an
«Sicher würde ich auch gerne einmal hingehen. Aber ich darf dort halt nicht schwimmen», sagt der Tessiner lachend. «Wir müssen mit dem Team schauen, ob es nächstes Jahr klappt. Aber wir werden sicher nochmals nach Amerika reisen, um das Essen, den Jetlag und das Land kennenzulernen.»
Denn die Vorbereitung auf Los Angeles beginnt nicht erst 2028. Ponti weiss: Die nächsten Jahre werden auch neben dem Becken fordernd. «Von Mitte Januar bis Ende Mai war ich dieses Jahr nie länger als fünf Tage am Stück zu Hause.» Wettkämpfe, Sponsorentermine und Reisen forderten ihren Tribut. «Es war streng. Ich bin auch einmal krank geworden. Aber ich muss lernen, mit so viel Reisen umzugehen. Das wird in den nächsten Jahren wichtig sein.»
Enttäuschendes Paris
Bevor der Blick aber endgültig nach Kalifornien geht, kehrt Ponti noch einmal nach Paris zurück. An den Ort, der ihm bei den Olympischen Spielen 2024 eine der wohl bittersten Niederlagen seiner Karriere bescherte.
Im olympischen Becken fehlten dem Tessiner nur 0,03 Sekunden zur Medaille über 100 Meter Delfin. Statt Bronze blieb Rang 4.
Zwei Jahre später steht Ponti wieder in der französischen Hauptstadt. Diesmal nicht bei Olympia, sondern bei den Langbahn-Europameisterschaften. Und obwohl die Erinnerung an den verpassten Medaillentraum noch da ist, sieht der Schweizer Rekordmann Paris heute mit anderen Augen.
«Sicher würde ich es besser machen, wenn ich könnte. Aber vielleicht wäre alles in den letzten Jahren nicht so gelaufen, wenn ich diese Enttäuschung nicht erlebt hätte», sagt Ponti. «Man lernt mehr, wenn man verliert, als wenn man gewinnt.»
Wieder gute Medaillenchancen
Der Schwimmstar gewann nach Paris dreimal Kurzbahn-WM-Gold, dreimal Kurzbahn-EM-Gold und zweimal WM-Silber. Zudem stellte er mehrere Weltrekorde auf. Paris ist für den 25-Jährigen längst nicht mehr nur mit Sport verbunden.
«Ich mag Paris. Ich war schon mehrere Male dort, auch in den Ferien. Die Stadt gefällt mir sehr gut.»
Die Rückkehr an den Ort der Olympia-Enttäuschung freut ihn deshalb sogar. «Die Spiele sind schon seit zwei Jahren vorbei, jetzt ist Europameisterschaft. Es wird anders sein. Ich bin froh, dass ich zurückkehre.»
An der EM gehört Ponti erneut zu den Medaillenanwärtern. «Ich habe gute Chancen, aber die anderen auch», sagt er. «Ich werde alles geben.»