Darum gehts
- Noè Ponti (24) im Fokus: Schweizer Schwimm-Meisterschaften in Uster gestartet
- Ziel EM Paris: Ponti peilt Medaille an
- 2025 holte er zweimal Silber bei der WM, Zweiter bei den Sports Awards hinter Marco Odermatt
Im Hallenbad Buchholz in Uster ZH kämpft die Schweizer Schwimmelite vier Tage lang um Titel. Einer steht besonders im Fokus: Noè Ponti (24). Der Tessiner ist längst nicht mehr der Jäger, sondern der, den es zu schlagen gilt.
Die Schweizer Meisterschaften in Uster sind für ihn mehr als nur ein Pflichttermin. «Es ist der wichtigste Wettkampf, den wir in der Schweiz haben», sagt er. Auch wenn er einordnet: «Ich bin jetzt nicht in der gleichen Form wie im Sommer.» Gerade deshalb nutzt Ponti die Tage im Zürcher Oberland bewusst, um Dinge auszuprobieren. Neben seiner Paradedisziplin Schmetterling schwimmt er auch Strecken, die sonst nicht auf seinem Programm stehen: 50 Meter Rücken und 50 Meter Brust. «Ich brauche auch mal etwas anderes. Wenn ich immer dasselbe mache, ist es nicht gut.»
Seinen Blick richtet er ohnehin längst weiter – auf die Europameisterschaften im Sommer in Paris. Dort formuliert Ponti seine Ziele klar: «Eine Medaille. Alles andere wäre blöd zu sagen.» Am liebsten ganz oben, auch wenn er weiss, wie eng die Spitze ist. «Es gibt ein paar in Europa, die sehr gut sind», sagt er und nennt etwa den Franzosen Maxime Grousset. «Es wird nicht einfach, aber ich werde alles machen, um zu gewinnen.»
Schwimmer-Paar
Abseits des Beckens bleibt das Schwimmen ebenfalls präsent. Seine Freundin Anna Chiara Mascolo (24) ist eine italienische Schwimmerin. Bei der WM in Singapur letzten Sommer konnten sich die beiden gegenseitig anfeuern, Ponti holte zweimal Silber – zweimal stand ihm Maxime Grousset vor der Sonne.
In Uster ist Mascolo aber nicht dabei. «Sie hat nächste Woche ihre italienischen Meisterschaften», erzählt Ponti. Ob sie sich im Sommer an der EM gemeinsam unterstützen können, ist offen: «Zuerst muss sie sich qualifizieren.» Für Ponti selbst stellt sich diese Frage nicht mehr – als Leistungsträger ist er für die Europameisterschaften bereits vorselektioniert. Wie oft sich das Paar sieht, will er nicht verraten. Er lächelt nur und sagt: «Wir haben schon genug Zeit zusammen.»
Schon wieder Zweiter
Für Diskussionen sorgte der Tessiner derzeit auch neben dem Becken. Bei den Sports Awards wurde er erneut Zweiter, wieder hinter Ski-Dominator Marco Odermatt (28). Enttäuscht? «Nein», sagt Ponti. «Das bedeutet, dass ich der zweitbeste Athlet der Schweiz bin. Wie kann man darüber enttäuscht sein?» Dass ein Skirennfahrer hierzulande oft die Nase vorn hat, kann er nachvollziehen. «Ski ist der Nationalsport. Und Marco ist einfach der Beste der Welt.»
Mit Odermatt verbindet er grossen Respekt. «Er ist ein Vorbild für mich», sagt Ponti. Wenn sie sich sehen, so wie an den Sports Awards, tauschen sie sich aus, sprechen über Training und Erfahrungen. Privat treffen sie sich aber nicht. «Er wohnt ein bisschen zu weit weg von mir», sagt er schmunzelnd. Aber er verfolge alle seine Rennen. Schliesslich sei er seit Kindesbeinen ein Skifan. «Ich werde immer Marco-Odermatt-Fan sein.»