Darum gehts
- Thömus Maxon verpflichtet für 2027 mit Charlie Aldridge erstmals einen ausländischen Spitzenfahrer
- Aldridge setzt auf Thömus-Technik und 32-Zoll-Räder, sein britisches Umfeld kommt mit ins Team
- Mathias Flückiger und Alessandra Keller verlängern, Nicolas Halter steigt 2027 ins Profiteam auf
Jahrelang setzte das Mountainbike-Team Thömus maxon voll auf die Schweizer Karte. Doch nun bricht der Rennstall von Teamchef Ralph Näf (46) mit dieser Tradition: Wie von Blick bereits angekündigt, stösst für 2027 mit dem Briten Charlie Aldridge (25) erstmals ein ausländischer Spitzenfahrer zur Berner Equipe.
Ein Riese für die Schweizer Ingenieurskunst
Der Schotte ist Doppel-Europameister, zweifacher WM-Silbermedaillengewinner und ein absolutes Kraftpaket auf dem Velo. Sein Transfer bahnte sich bereits im Sommer an, als das Aus seines bisherigen Teams Cannondale absehbar wurde. «Er stand mal bei uns am Stand und hat unverbindlich gefragt», verrät Teamchef Näf im Gespräch mit Blick im Thömus-Hauptquartier in Oberried BE.
Für Aldridge, der selbst zwei Jahre Maschinenbau studiert hat, war die Wahl schnell klar. Er schwärmt im Interview von der Schweizer Technik: «Die Möglichkeiten bei der technischen Entwicklung mit Thömus sind für mich wahnsinnig gut.» Ein Schlüsselfaktor bei den Verhandlungen waren die grossen 32-Zoll-Räder, die Thömus als erster Hersteller im Weltcup eingesetzt hat und der neueste Trend der Bike-Industrie sind: «Die 32-Zoll-Räder sind ein massives Ding für mich, weil ich so gross bin.» Näf bestätigt, dass Aldridges Physis – rund 1,94 Meter Körpergrösse und 88 Kilo – perfekt zu den neu entwickelten 32-Zoll-Bikes passt.
Britisches Know-how für das Weltcup-Team
Dass Näf nun auf internationale Power setzt, ist kein Zufall. Das Wettbewerbsniveau im Weltcup steige stetig, die Abstände an der Spitze werden immer kleiner. Um weiterhin um Siege mitzufahren, seien Investitionen in die Fahrerbetreuung und das Material mittlerweile zwingend. Deshalb bringt Aldridge sein britisches Erfolgsumfeld gleich mit in die Schweiz: Phil Dixon (46) stösst als neuer Sportdirektor zum Team, Kenta Gallagher (34) amtet künftig als Race Coach und Testfahrer.
Flückiger und Keller verlängern
Wird das Berner Erfolgsteam jetzt britisch? Nein. Trotz des Umbruchs behalte Thömus Maxon seine Schweizer DNA, betont Näf. Das untermauern die Vertragsverlängerungen der bisherigen Leistungsträger: Mathias Flückiger (38) und Alessandra Keller (30) bleiben dem Team treu. Flückiger sieht in der internationalen Blutauffrischung einen klaren Vorteil für alle: «Ich bin überzeugt, dass dadurch neue Impulse entstehen können, die auch für mich persönlich zusätzliche Motivation und neue Reize bringen.»
Gleichzeitig rückt die Jugend nach: Der 20-jährige Nicolas Halter stösst 2027 zu seiner Schwester Monique ins Profiteam und wagt den frühzeitigen Sprung in die Elitekategorie. Der grosse Umbruch für die gemeinsame Mission «Olympia 2028» ist damit endgültig lanciert.