Remco Evenepoel holt sich in einem Herzschlagfinale gegen Giulio Ciccone EM-Gold im Strassenrennen. Christian Scaroni auf Platz drei sichert Italien die zweite Medaille.
Am Ende der gut 196 Kilometer von der slowenischen Hauptstadt Ljubljana nach Sencur entscheidet ein Zentimeter über den Sieg. Ciccone und Evenepoel fahren mit einer Minute Vorsprung dem Ziel entgegen, längst ist klar, wer die ersten zwei Plätze unter sich ausmacht.
Der Italiener eröffnet in der letzten Rechtskurve den Sprint und kann ein Loch von circa fünf Metern aufreissen. Doch Evenepoel hat noch Benzin im Tank und kommt Ciccone näher und näher. Keiner der beiden wagt es, nach der Zieleinfahrt zu jubeln.
Olympiasieger und Weltmeister nun auch EM-Sieger
Erst als das Fotofinish ausgewertet ist, brechen im belgischen Lager alle Dämme – und im italienischen wird man sich denken: «Wäre die Ziellinie doch nur ein paar Zentimeter früher gekommen.» Die Italiener dürfen aber dennoch stolz auf eine starke Teamleistung sein. Christian Scaroni fährt hinter dem Spitzenduo zu Bronze.
Evenepoel, der bereits Olympiasieger (2024) und Weltmeister (2022) im Strassenrennen ist, komplettiert damit seinen Medaillensatz an Grossanlässen, nachdem er vor einem Jahr in Frankreich noch hinter Tadej Pogacar mit Silber vorliebnehmen musste.
Bester Schweizer auf Rang 15
Die Schweizer haben mit den Medaillen nichts zu tun. Marc Hirschi wird mit gut zwei Minuten Rückstand 15. Jan Christen verliert gut drei Minuten und fährt auf Platz 28. Fabian Weiss braucht als 45. fast eine Viertelstunde mehr als die Spitze.