Wie die Todesfälle die Tour de Suisse verändern
14:09
Sicherheit wird erhöht:Wie die Todesfälle die Tour de Suisse verändern

Erschreckende Parallelen zum Tod von Muriel Furrer (†18)
Wieder blieb ein Radprofi abseits der Strecke unentdeckt liegen

Dieser Unfall von Kragh Andersen hätte tragisch enden können. Nun fordert sein Teamkollege Norsgaard: Das GPS-Tracking muss endlich flächenmässig eingeführt werden.
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Glück im Unglück: Während der 1. Etappe der Tour de la Provence kam Sören Kragh Andersen von der Strecke ab und stürzte.
Foto: Getty Images
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Daniel LeuStv. Sportchef

Nach dem tödlichen Unfall des Schweizer Rad-Talents Muriel Furrer im September 2024 waren sich alle Experten einig: So ein tragischer Fall darf sich niemals mehr wiederholen. Die damals 18-Jährige kam beim U19-Rennen der WM in Zürich während einer Abfahrt von der Strecke ab und blieb danach rund 100 Minuten lang unentdeckt in einem Waldstück liegen.

Mitte Februar 2026, knapp eineinhalb Jahre später, hätte sich nun während der Tour de la Provence die Geschichte beinahe wiederholt, wie der dänische Rad-Profi Mathias Norsgaard (28) im Radsport-Podcast «Forhjulslir» erzählt hat.

Glück im Unglück für Kragh Andersen

Norsgaard fährt seit dieser Saison für das Team Lidl-Trek. Während der ersten Etappe der Tour de la Provence von Marseille nach Saint-Victoret stürzte sein Teamkollege Sören Kragh Andersen (31) wie Muriel Furrer während einer Abfahrt und verschwand von der Strasse. Weder das Peloton noch die Begleitfahrzeuge hätten den Unfall bemerkt.

Im Podcast erklärt Norsgaard, dass Kragh Andersen, der an der Tour de Suisse und der Tour de France schon Etappen gewonnen hat, attackiert habe. Er und seine Kollegen hätten geglaubt, er hätte es nach vorne in die Ausreissergruppe geschafft: «Es vergingen anderthalb Stunden, bis wir erfuhren, dass er gestürzt war.» Erst danach hätten sie erfahren, dass er von der Strasse abgekommen und einen Hang hinunter gerutscht sei.

Dass der Sturz von Kragh Andersen glimpflich ausging, sei auch Glück gewesen. Der Däne schaffte es schliesslich selbst wieder hoch zur Strasse und konnte dort auf sich aufmerksam machen. Nebst ein paar Prellungen und einer Oberschenkelzerrung blieb er unverletzt.

Vorbildliche Tour de Suisse

Sowohl bei Furrer als nun auch bei Kragh Andersen hätten GPS-Tracker geholfen, schneller Alarm zu schlagen und damit ärztliche Hilfe zu ermöglichen. Doch bislang haben kaum Veranstalter das Tracking eingeführt. Von den grösseren Rundfahrten setzt nur die Tour de Suisse dieses System ein. Für Norsgaard ist der Fall klar: «Ich bin nach diesem Saisonstart zu 100 Prozent überzeugt, dass das GPS-Tracking so schnell wie möglich eingeführt werden sollte.»

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