Darum gehts
- Wout van Aert gewinnt Paris-Roubaix 2026 nach starkem Finish im Sprint
- Den Sieg widmet er seinem 2018 verstorbenen Teamkollegen Michael Goolaerts
- Bei der Überquerung der Ziellinie recht er seinen Zeigefinger in die Höhe
Wout van Aert (31) triumphierte am Sonntag beim Klassiker Paris-Roubaix, nachdem er Tadej Pogacar auf den letzten Metern im Sprint noch überholt hat. Im Ziel hat der Belgier anschliessend mit den Tränen zu kämpfen.
«Der Sieg bedeutet mir alles», wird van Aert im Siegerinterview emotional. «Es ist seit 2018 mein Ziel zu gewinnen, als ich das erste Mal dabei war. Das ist acht Jahre her, damals verloren wir meinen Teamkollegen Michael Goolaerts», erklärt der 31-Jährige.
Goolaerts war van Aerts Teamkollege beim belgischen Team Verandas Willems-Crelan, als van Aert 2018 zum ersten Mal bei Paris-Roubaix teilnahm und das Rennen als 13. beendete. Goolaerts erlitt während des Rennens einen Herzinfarkt, stürzte in einem Sektor mit Kopfsteinpflaster schwer und musste reanimiert werden. Der Belgier verstarb anschliessend am Abend des Rennens im Spital 23-jährig.
Van Aert fasste nach dem Tod Goolaerts die Mission Paris-Roubaix zu gewinnen. Nun hat es im siebten Anlauf geklappt. Bei der Zieleinfahrt gedenkt van Aert seinem ehemaligen Teamkollegen, indem er mit erhobenem Zeigefinger über die Ziellinie fährt.
«Michael hat mir ein wenig extra Kraft gegeben»
«Seit seinem Tod ist es mein Ziel, hier hinzukommen und den Finger in die Höhe zu recken. Dieser Sieg ist für Michael, seine Familie und Freunde, die Betreuer und meine Teamkollegen von damals», sagt der 31-Jährige nach seinem Sieg. Die Blumen, die er nach seinem Triumph erhalten habe, werde er der Familie von Goolaerts bringen, die entscheiden könne, wo sie dann platziert werden sollen.
Das chaotische Rennen, bei dem er wie viele andere Rad-Stars zwischenzeitlich von einem Defekt zurückgeworfen wurde, sei nicht einfach gewesen für ihn. «Ich glaube, dass mir Michael ein wenig extra Kraft gegeben hat. Ich bin froh, dass ich ihm und seiner Familie den Sieg widmen kann», so van Aert.
Schön mache es für ihn aber auch, dass jeder, der am Start steht, seine eigene Geschichte mit dem Rennen habe. «Es kann hart sein, aber an einem Tag wie heute ist es das schönste Rennen der Welt. Diesmal habe ich an den Sieg geglaubt, auch wenn mir das Glück mal abhandenkam – und dafür wurde ich jetzt endlich belohnt», freut sich van Aert darüber, dass sein Traum endlich in Erfüllung gegangen ist und seinem verstorbenen Teamkollegen mit dem Sieg gedenken kann.