Darum gehts
- Jonas Vingegaard stürzt bei der Tour de France und bricht sich Schlüsselbein
- Team kritisiert Motorrad-Fahrfehler als Ursache für den Unfall
- Seit 2021 neun Grands-Tours-Podestplätze, Serie endet jetzt abrupt
Die 15. Etappe der Tour de France wird von einem Sturz überschattet. Jonas Vingegaard (29) rutscht 20 Kilometer vor dem Ziel in einer Rechtskurve weg und bricht sich dabei das Schlüsselbein. Mit dem Aus des Dänen endet nun auch eine beeindruckende Serie des Visma-Fahrers.
Wenn er an den Start ging, hat Vingegaard seit 2021 insgesamt neun Grands Tours auf Platz eins oder zwei abgeschlossen. Nun muss der Däne zum ersten Mal seit fünf Jahren die Tour de France vorzeitig abbrechen.
Wie es zum Sturz kam, lösen auch die verschiedenen Kameraperspektiven im Anschluss nicht eindeutig auf. Es ist lediglich zu sehen, wie Vingegaard in einem Kreisel beim Rechtsabbiegen die Haftung verliert und wegrutscht. Allerdings kursieren nun Vorwürfe aus Vingegaards Mannschaft Visma-Lease a Bike.
Fahrfehler des Motorradfahrers
Vingegaards Teamkollege Christophe Laporte (33) macht das vorausfahrende Motorrad für den Sturz verantwortlich: «Wir sind dem Motorrad gefolgt, und dessen Fahrer hat einen Fahrfehler gemacht. Drei oder vier von uns kommen durch, aber danach keiner mehr», schildert der Franzose die Szene.
Dem pflichtet auch ein weiterer Visma-Fahrer bei: «Es sah nicht nach einer kritischen Kurve aus», erklärt der US-Amerikaner Matteo Jorgenson (27). «Aber das Motorrad hat uns ein wenig in die Irre geleitet, als es den Fahrbahnteiler umfahren hat. Das war ohne Frage nicht die Ideallinie.»
Dopingkontrolle mitten in der Nacht
Kritik wird aber nicht nur gegenüber dem Motorradfahrer laut. So musste Vingegaard offenbar in der Nacht auf Sonntag zur Dopingkontrolle antreten – um 2 Uhr morgens. Ins Bett kann der Däne erst 40 Minuten später.
Eine perfekte Vorbereitung auf die schwere Etappe mit einer Bergankunft sieht anders aus. Während Visma-Teamchef Marc Reef (40) nicht über einen allfälligen Zusammenhang zwischen dem Crash und zu wenig Schlaf spekulieren will, sieht das Rad-Superstar Tadej Pogacar (27) anders. Der aktuelle Tour-Leader sagt im Ziel: «Heute hatten wir eine Dopingkontrolle um 2 Uhr, und ich habe mich gefragt, ob das nicht vielleicht auch ein Grund war. In der Nacht wird dein Schlaf ruiniert.»
Und weiter: «Dann ist man vielleicht etwas weniger konzentriert in der Abfahrt. Seine Tour ist auf jeden Fall versaut», fügt der Titelverteidiger hinzu. «Das kann schon etwas zusammenhängen.»
Klar ist: Für Vingegaard ist die diesjährige Tour de France vorbei und damit auch seine beeindruckende Serie bei den grossen Rundfahrten. Nach dem Aus des Dänen ist nun der belgische Olympiasieger Remco Evenepoel (26) der erste Verfolger von Pogacar im Gesamtklassement. Sein Rückstand beträgt allerdings satte fünf Minuten. Weiter geht die Tour nach dem Ruhetag vom Montag dann am Dienstag mit dem einzigen Einzelzeitfahren der diesjährigen Ausgabe.