Darum gehts
- Tour de France mit Rekordgeschwindigkeiten: 50,9 km/h auf Massenstart-Etappe 2026
- Doping-Verdacht trotz weniger positiver Tests: Krebs-Mittel Aicar im Fokus
- Etappe 12: Tim Merlier gewinnt mit 49 km/h im Sprint
Die Tour de France bricht in diesem Jahr Rekorde am Laufmeter: Am Mittwoch legen die Fahrer mit 50,9 km/h die schnellste Massenstart-Etappe der Tour-Geschichte auf den Asphalt. Auch in den Bergen werden die alten Bestmarken nicht nur von Gesamtleader Tadej Pogacar (27) reihenweise pulverisiert. So bleiben auf der sechsten Etappe am Col du Tourmalet gleich zehn Fahrer unter dem alten Kletter-Rekord von Pogacar und Jonas Vingegaard (29) aus dem Jahr 2023.
Wie ist das zu erklären? Fahrer und Teams verweisen auf die Professionalisierung im Radsport: Besseres Material, bessere Ernährung und bessere Vorbereitung ermöglichen bessere Leistungen. Zudem sind die Zeiten aufgrund unterschiedlicher Streckenführungen nur bedingt vergleichbar. Der deutsche Doping-Experte Hajo Seppelt (63) glaubt, dass diese Erklärung zu kurz greift, wie er im «Tages-Anzeiger» erklärt: «Seriös kann niemand sagen, wie hoch der Anteil von Trainingswissenschaft, Ernährung sowie Material an dieser Entwicklung ist – und welche Rolle Doping im Umkehrschluss dabei spielen könnte.»
Auch wenn es an der Tour seit Jahren kaum positive Tests gibt, ist das Thema Doping nicht vom Tisch, sagt Seppelt: «Nur weil niemand positiv getestet wird, heisst das noch lange nicht, dass alle sauber sind. Positive Tests gab es auch in den 90er-Jahren eher selten, und doch waren grosse Teile des Pelotons gedopt.»
Krebs-Medikament soll im Feld verbreitet sein
Als Wundermittel kursiert das noch nicht zugelassene Krebs-Medikament Aicar. «Es macht als Nebeneffekt den Energiestoffwechsel in den Zellen effizienter. Ein hochpotentes Dopingmittel», sagt Seppelt. «Es soll nach Insiderinformationen ein im Peloton seit Jahren genutztes Mittel zur Leistungssteigerung sein.»
Ob mit Aicar oder etwas anderem – überführt wurde an der diesjährigen Tour noch niemand. Das gilt auch nach der 12. Etappe, die am Donnerstag im Sprint von Tim Merlier (33) gewonnen wird. Mit 49 km/h lassen es die Helden der Landstrasse für ihre Verhältnisse gemächlich angehen.