«Tour de Suisse als Event – wegkommen vom reinen Sport»
3:23
TDS-Direktor Olivier Senn:«Tour de Suisse als Event – wegkommen vom reinen Sport»

Das neue Format lockt Stars an
Nicht nur Rad-Gigant Pogacar fährt die Tour de Suisse

Die Tour de Suisse positioniert sich mit einem neuen Format neu als Unterhaltungsevent. Es gibt dieses Jahr weniger Etappen als jemals zuvor – dafür steht aber der grösste aktive Fahrer am Start.
Kommentieren
1/5
Tadej Pogacar hat bereits im Dezember seine Teilnahme an der Tour de Suisse bestätigt.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die 89. Tour de Suisse startet in zwei Wochen mit neuem Konzept
  • Mathieu van der Poel hat seine Teilnahme bisher nicht bestätigt
  • Erstmals nur fünf Etappen, Start und Ziel jeweils am selben Ort
Petar_Djordjevic_Praktikant Sportdesk_Ringier_1-Bearbeitet.jpg
Petar DjordjevicRedaktor Sport

Die Tour de Suisse 2026 wird ein Knaller – zumindest was das Starterfeld angeht. Denn auch Superstar Tadej Pogacar (27) fährt mit. Während der slowenische Überflieger seine Teilnahme bereits im Dezember bestätigt hat, lässt ein weiterer Rad-Star derzeit alle noch im Dunkeln. Multi-Weltmeister Mathieu van der Poel (31) hat bisher noch nicht verraten, ob er in der Schweiz dabei sein wird.

Trotzdem wird er an der Medienkonferenz der Tour de Suisse im Fahrerfeld schon mal aufgeführt. Tour-Direktor Olivier Senn ist von van der Poels Unschlüssigkeit nicht überrascht: «Nein, ich habe gestern noch mit jemandem telefoniert, der hat gesagt: ‹Komm, ruf ihn jetzt mal an und sag, er soll sich mal entscheiden›», witzelt Senn gegenüber Blick und fährt fort: «Das macht er immer so. Heute will er das, morgen will er das andere. Das ist scheinbar so. Wir hätten ihn heute auch streichen können. Wir werden es dann sehen.»

Tour de Suisse will mit neuem Konzept durchstarten

Senn ist bereits seit über zehn Jahren Tour-de-Suisse-Direktor und betont, dass die Veranstalter im Gegensatz zu früher am kürzeren Hebel sitzen, wenn Fahrer entscheiden, an welchen Rennen sie teilnehmen möchten. «Teams entscheiden und machen ihre Startlisten, Athleten entscheiden, ob es in ihre Planung passt, und wir nehmen, wer kommt.» Nun haben sich hochkarätige Fahrer dafür entschieden, an der diesjährigen Tour de Suisse teilzunehmen. Neben Pogacar und möglicherweise van der Poel werden unter anderem auch Vuelta- und Giro-Sieger Primoz Roglic (36, Sln), Supertalent Antonio Tiberi (24, It), Multitalent Tom Pidcock (26, Gb) oder der Bergspezialist Lenny Martinez (24, Fr) in etwas mehr als zwei Wochen am Start stehen.

Dass sich die Velo-Fans auf ein derart gut bestücktes Fahrerfeld freuen dürfen, könnte möglicherweise am neuen Konzept liegen. Die 89. Ausgabe des Schweizer Radrennens wird zum ersten Mal in einem neuen Format ausgetragen. Dieses Jahr umfasst die Schweizer Rundfahrt lediglich fünf Etappen, wobei jeweils der Startort gleichzeitig als Zielort dient. Es handelt sich bei der Tour de Suisse also ausschliesslich um Rundrennen. Ausserdem fahren auch die Frauen jeweils am selben Tag und auf ähnlichen Strecken.

Radsport konkurriert mit Fussball

An der Medienkonferenz betont Tour-de-Suisse-CEO Gabriela Buchs, dass sich sowohl der Sport- als auch der Unterhaltungsmarkt verändert habe. Die Schweizer Rundfahrt konkurriere demnach nicht mehr ausschliesslich mit anderen Radrennen, sondern mit diversen Sportarten sowie im Allgemeinen mit der Unterhaltungsindustrie.

So erklärt Tour-Direktor Senn, dass es sich bei der Schweizer Rundfahrt nicht mehr lediglich um ein Radrennen handelt, es sei mittlerweile ein Unterhaltungsevent. Er bestätigt aber auch, dass man mit dem neuen Konzept Kosten einsparen werde.

Das scheint auf der Hand zu liegen. Immerhin sind es dieses Jahr drei Etappen weniger als zuvor. Auch die Entscheidung, pro Abschnitt nicht mehr von A nach B zu fahren, sondern den Start sowie das Ziel am selben Ort zu setzen, stosse gemäss Senn auf positive Rückmeldungen. Besonders vonseiten diverser Städte, die für zukünftige Austragungen in Frage kämen.

Ist es also das neue Konzept, das Pogacar und Co. an die Rundfahrt lockt? Senn meint bescheiden gegenüber Blick: «Die Teams und die Athleten haben entschieden, wir haben eigentlich gar nichts dazu beigetragen. Ich glaube auch nicht, dass es nur mit dem neuen Format zu tun hat. Auch wenn das neue Konzept besser passt, um sich auf die Tour de France vorzubereiten.» Dieser Fakt war offensichtlich für Pogacar, Roglic, Pidcock und Co. genug Anreiz.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen