Darum gehts
- Swiss Olympic schickt 175 Athleten zu Mailand/Cortina, grösste Winterdelegation bisher
- Frauen-Männer-Verhältnis nahezu ausgeglichen: 84 Frauen, 91 Männer selektioniert
- Ziel von 15 Medaillen wie 2018 und 2022 bleibt im Fokus
Zwar hat Swiss Olympic ursprünglich sogar mit rund 180 Athletinnen und Athleten gerechnet. «Doch dann wurden nicht ganz alle möglichen Quotenplätze geholt», sagt Ralph Stöckli. Der ehemalige Weltklasse-Curlingspieler ist einmal mehr Delegationschef bei Swiss Olympic, jetzt hat er seine Schäfchen für die Winterspiele in Mailand/Cortina zusammen.
«Nun sind 175 selektioniert worden. Das ist dennoch die grösste Delegation, die wir im Winter jemals hatten», sagt Stöckli am Montag in Dietikon ZH bei der Bekanntgabe des Aufgebots. Auch weil es mittlerweile vom IOC strikt vorgegeben ist, ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern (84 und 91) praktisch ausgeglichen.
Zuletzt gab es zweimal in Folge 15 Medaillen
Die grosse Frage: Wie viele Medaillen bringen diese 175 in den zwei Olympia-Wochen (Eröffnungsfeier am 6. Februar) in die Schweiz zurück? Delegationsboss Stöckli umdribbelt die Frage gekonnt – schon vor den Sommerspielen 2024 in Paris gab Swiss Olympic kein konkretes Medaillenziel heraus.
Stöckli lässt dennoch durchblicken: «Dieses Team kann einiges leisten. Das Potenzial ist zweifellos vorhanden, wenn wir uns an die 15 Medaillen von Peking 2022 und Pyeongchang 2018 erinnern. Dass wir uns an den letzten Spielen orientieren, liegt ja auf der Hand.»
Im Klartext: Swiss Olympic träumt auch 2026 von 15 oder gar mehr Podestplätzen. Logisch, dass man hier vor allem an Sparten wie Ski Alpin, Skicross, Curling, Ski Freestyle und das neu eingeführte Skibergsteigen denkt. «Auch diesmal wird es Überraschungen geben», stellt Stöckli fest, ohne seine Favoriten zu nennen.
Eine Medaillenvorgabe ist für Swiss Olympic nicht mehr zeitgemäss
Nur an einer Stelle deutet der frühere Curler etwas an, als er das Aufgebot der Schweizer Eishockey-Frauen präsentiert: «Die USA und Kanada sind klare Favoriten. Aber es gibt einen dritten Platz auf dem Podium …» Vor zwölf Jahren in Sotschi schrieben die Hockey-Frauen bereits einmal ihr Bronze-Märchen.
Stöckli erklärt den Verzicht auf eine erhoffte Medaillenanzahl auch mit dem Zeitgeist. «Es erscheint uns nicht mehr opportun, ein Ziel über eine ganze Delegation zu definieren. Natürlich wollen wir Erfolg – aber wir können nicht alles dem Erfolg unterordnen. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten, ob es eine Medaille gibt oder nicht. Man kann nicht alles beeinflussen.»
Sprich: Man will die Leistungen bewerten und nicht mehr wie vielleicht früher die einfache Gleichung heranziehen, dass bei einer Medaille alles super und ab Rang 4 alles schiefgelaufen ist.